„Der Allround DJ“(3. Auflage)

Exklusiv auf meinem Blog veröffentliche ich Teile aus der überarbeiteten Version meines Buches: „Der Allround DJ – Das Praxishandbuch“

Einige Teile des bestehenden Buches habe ich gestrichen, dafür neue mit rein genommen. Wie zum Beispiel das Thema rund um die GEMA für DJs.

 

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DJ & Moderation

Tipps und Tricks 1

Einer der wichtigsten Tipps ist: Nehme dich auf und höre, wie andere dich hören.
Sicher kennt jeder das Phänomen, wenn man sich selbst auf Ton- oder Videoaufzeichnungen hört. Es ist ungewohnt. Aber genau so hören uns unsere Mitmenschen. Es gibt kein besseres Mittel, um sich selbst zu kontrollieren.

Ich nehme mich häufig beim Autofahren auf. Ich spreche über das Headset einen Text ein. Variiere meine Stimme. Spreche laut und leise, traurig, aggressiv, fröhlich usw. So merke ich selber, wo ich undeutlich, zu leise usw. spreche.

Auch in Callcentern werden regelmäßig Mitschnitte von Gesprächen gemacht, um die Telefonie zu verbessern. Sicher hat jeder schon einmal den Satz gehört „Zur Qualitätssicherung werden einzelne Gespräche aufgezeichnet….“ Genau aus dem Grund, wie ich ihn oben beschrieben habe.

In den Callcentern und bei den Banken, für die ich tätig war, wird das alle zwei bis drei Monate für jeden Mitarbeiter gemacht.

Ich empfehle jedem, es zu machen. Die Sprechtechnik und die Moderation wird sich dadurch deutlich verbessern.

Feste, Feiern! Oder: Wie komme ich an Aufträge?

Wie heißt es so schön: „Man muss die Feste feiern, wie sie fallen.“ Als Allround-DJ bietet dir das die Möglichkeit, eine Menge Bookings einzustreichen – gerade im mobilen Bereich.

Generell kannst du zwischen privaten, betrieblichen und öffentlichen Veranstaltungen
unterscheiden. Hier eine Auswahl in Frage kommender Feiern:

– Hochzeiten
– Betriebsfeste
– Preisverleihungen
– Abschlussbälle
– Weihnachtsfeiern
– Faschings-/ Karnevals-Partys
– Schützen- & Volksfeste
– Stadtfeste
– Geschäftseröffnungen
– Modeschauen
– Geburtstage

Locations, die einen Bedarf an Mobil-DJs haben, sind
unter anderem:
– Restaurants
– Bars
– Eishallen
– Kneipen
– Diskotheken
– Hotels
– Clubs
– Bowlingbahnen

Die Liste ließe sich noch endlos erweitern. Wenn du
Augen und Ohren offen hältst, wirst du sicher noch das ein oder andere Booking in einem Bereich bekommen, der oben nicht aufgeführt ist.

Tipp:
Wirf regelmäßig einen Blick in den
Veranstaltungskalender der Tages- und
Wochenzeitungen deiner Region, um dich darüber zu informieren, welche Events wann wo stattfinden. Ferner ist es sinnvoll, dir einen überregionalen Veranstaltungskalender zu besorgen.
Such dir die Veranstalter heraus und recherchiere, wer für die Planung des Events zuständig ist. Diese Person gilt es dann zu überzeugen, dass sie dich das nächste Mal buchen sollen.

(Auszug aus „Der Allround DJ“)

Was verdienst DU?

Eine Geschichte vorab:
Ich habe einen Freund. Mit diesem Freund bespreche ich so ziemlich alles. Er erzählt mir von seinen Reisen. Er erzählt mir von seinen Hobbys. Er erzählt mir von seinen Krankheiten in allen Einzelheiten. Er zieht dazu sogar seine Klamotten aus, um mir jede Prellung, jede Narbe zu zeigen. Er erzählt mir in allen Einzelheiten von seiner Darmspiegelung.
Er erzählt mir von seinen Frauen. Wie er es mit ihnen macht, welche Stellungen er bevorzugt, was sie drunter hat, wohin er sie ausführt und und und.
Als ich ihn vor kurzem Mal gefragt hab, was er denn so verdient, sagte er:
„Du, das ist mir jetzt aber zu intim!“

Gestern lief auf dem Sender des gepflegten TV Journalismus (RTL) ein Experiment. Ein Mönchengladbacher Unternehmen hat dieses durchgeführt. Alle Mitarbeiter haben ihr Gehalt offen gelegt.

Wenn ich mich in DJ Foren aufhalte oder bei Facebook in Diskussionen lese, was DJ Kollegen angeblich so verdienen, dann schlackern mir oft die Ohren. Da werden Gagen aufgerufen, da träumt der Führer von.

Wie ich in meinem Buch http://www.der-allround-dj.de geschrieben habe, gibt es Unterschiede im Gagengefüge.

Ein Club DJ verdient, in der Regel, weniger als ein Mobil DJ. Das liegt aber auch in der Natur der Sache. Ein Club hat jede Woche geöffnet. Eine Hochzeit z.B. ist, idealerweise, nur einmal im Leben. Also kann und muss ich als DJ dann auch mehr Gage verlangen für einen Auftritt, als wenn ich jedes Wochenende im Club auflege.

Was mich oft stört an diesen Gagendiskussionen ist die Großkotzigkeit, mit der, leider, sehr viele Kollegen unterwegs sind. Sprüche wie: „Für die Kohle, steh ich nicht von der Couch auf!“ oder „Unter 700,- EUR geh ich gar nicht erst los!“lassen mir den Hals anschwellen. Warum? Weil diese Kollegen, dann an anderer Stelle am jammern sind, weil es DJs gibt, die für die hälfte oder noch weniger Musik machen. Die werden dann pauschalisiert als „Billigheimer“ oder „Möchtegern DJ“ abgestempelt. Aber ich drifte ab. Dass ist ein eigenes Thema.

Was verdien ich?
Nun, da ich sowohl in Clubs und Diskotheken auflege. Aber auch mobile Jobs annehme habe ich kein starres Gagengefüge. Außerdem richte ich meine Gage auch nachdem, was der „Kunde“ zahlen kann. Ein Hartz 4 Empfänger, kann leider nicht das zahlen, was ein GmbH Vorstand zahlen kann. Oder ein kleiner Club nicht dass, was eine große Diskothek.
Daher frag ich vorher: „Was habt ihr denn für die Musik eingeplant?“

Wenn mir dass dann zuwenig ist, dann kann ich immer noch ablehnen oder meine Unterstützung anbieten einen „günstigeren“ Kollegen zu engagieren, der für die gebotene Gage bereit ist aufzutreten.

Ok, Butter bei die Fische. An reinen DJ Gagen habe ich im Jahr 2012 einen Nettoumsatz von etwas unter 16.000,- EUR gehabt. Wenn ich von einem Gig pro Wochenende ausgehe, dann kommt eine Durchschnittsgage von 307,69,- EUR dabei raus.
Für mich ist das vollkommen in Ordnung, da ich noch einen Beruf in der Woche und noch andere Standbeine habe, mit denen ich Geld verdienen kann.

Keine Frage, wenn ich hauptberuflich als Dj arbeiten würde (und ich hab es fast 12 Jahre gemacht), dann wäre der o.g. Umsatz zu wenig.

Jeder Leser darf sich jetzt seine eigenen Gedanken machen..

Warum es sich lohnt ein Allround & Party DJ zu sein?

Meinen Entschluß nur noch ein reiner Allround- und Party DJ zu sein traf ich 2000/2001.
Vorher habe ich 10 Jahre versucht mir in der House und Technoszene als DJ einen Namen zu machen. Nebenbei habe ich auch auf Hochzeiten und in Partyareas aufgelegt.
Was mir in der House – und Technoszene immer im Weg stand, war meine Arbeit mit dem Mikrofon.
Meine Kollegen der lokalen Szene belächelten mich. Ebenso meine Kollegen aus der erweiterten Szene. Und da waren einige bei, die es zu Weltkarrieren gebracht haben.
Dennoch ging ich meinen Weg durch die Zeit. Legte in diversen Großdiskotheken, Clubs und Partys und auf Ibiza auf. Was mir immer auf den Sack ging, war der große Konkurrenzdruck, der unter den DJs herrschte. Mein Auto, mein Haus usw. Das ging mir tierisch auf den Sack.

Die Wende kam, als ich immer öfter wegen meiner Moderation und positiven Durchgeknalltheit Jobs bekam. Als ich dann nur noch als reiner Allround-& Party DJ Angebote an Diskotheken und Veranstalter verschickt habe, war ich so gut wie ausgebucht. Ich merkte, dass der Bedarf an DJs, die mit dem Mikrofon umgehen können und eine breite Musikauswahl haben mehr als gefragt sind. Der Vorteil liegt für mich klar auf der Hand. Die Vielseitigkeit. Ich mochte es noch nie, in eine Schublade gesteckt zu werden. Als Allround DJ hat man die Möglichkeit sehr flexibel zu sein. Ich kann auf Hochzeiten und privaten Partys,. auf Zeltfesten, auf Galas, die Liste läst sich noch endlos erweitern und ich kann in Diskotheken auflegen.

Ein weiterer Vor- oder sollte ich es Nachteil nennen ist der, dass es so gut wie kein Nachwuchs gibt. Es gibt einige wenige Party DJs, die in der gesamten Republik einen Namen haben, die die 50 schon überschritten haben. Ich stehe kurz vor der 4 vor der Null und mache mir für meine mittelfristige und langfristige Zukunft keine Sorgen, da es keine Jungspunde gibt, die an dem Stuhlbein sägen, um meinen Job zu bekommen. Nachteile? Ich bin viel unterwegs, habe wenig Zeit und ich brauche mehrere Tage um mich vom Wochenende zu erholen.

Für mich hat es und lohnt es sich ein Allround DJ zu sein. Es war meine beste Entscheidung mich dafür zu entscheiden!
Wie sieht es bei dir aus?