DJ & Moderation

Ich frage mich immer wieder: Was muss man als DJ können?
Bei einer nicht repräsentativen Umfrage bei Betreibern und Veranstaltern kam folgendes Ergebnis heraus.

„Der DJ MUSS reden können!“

Doch warum können es dann so viele DJs nicht? Es ist teilweise erschreckend, was ich in der letzten Zeit zu hören bekommen hab. Gebe aber zu, selbst bei mir schleichen sich, ab und zu, noch einige Unarten ein. Zum Beispiel, wenn ich meine, die Menge besonders anheizen zu müssen. Dann kommt gerne ein langgezogenes „Wo sind die Hääääännndddeeeeee!!“ Oder ein „Aaaaatttacke“.
Doch wenn ich selbst On Tour bin, und es, gefühlt, bei jeder zweiten Platte höre, dann geht es mir voll auf die Nerven und ich hinterfrage mein eigenes Moderationsverhalten. Wobei bei der Mikrogröhlerei ja nicht mal von Moderation die Rede sein kann.

Je mehr ich mich (auch als Coach für Kommunikation) mit dem Thema öffentliches Reden, Kommunikation am Telefon und Moderation beschäftige. Seminare zu diesem Thema bei Top TV Moderatoren besucht habe und diverse Hörbücher und Bücher verschlungen habe. Fallen mir Fehler ( bei mir selber) besonders auf. Ich trainiere täglich an meiner Stimme und den Einsatz dieser. Anhand meiner eigenen Fehler, werde ich hier im Blog Tipps und Tricks beschreiben, die mir geholfen haben, diese Fehler abzustellen.
Sicher wird der Leser dieses Blog, den ein oder anderen Tipp oder Technik kennen. Aber: Nur durch regelmäßiges wiederholen und trainieren wird man stetig besser.

Hinweis: Moderations-Coachings und Seminare können unter holtwick@holtwick-coaching.de gebucht werden.

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Musterkonfiguration

Ein Leser meines Buches „Der Allround DJ“ hat sich ja in einer Mail beklagt, dass ihm eine Musterkonfiguration eines PA Sets fehlen würde. Ich habe den entsprechenden Absatz nochmal gelesen. Ich gebe zu, dass für einen Technikinteressierten die Angaben nicht ausreichend erscheinen. Allerdings, setzte und setze ich bei interessierten Menschen voraus, dass sie schon mal auf einer Party, einer Veranstaltung, einer Diskothek oder in einem Fachgeschäft gewesen sind und eine Grundvorstellung haben, was es an PA Equipment gibt. Vielleicht habe ich hier aber auch Nachbesserungsbedarf für die Neuauflage.

Ich bleibe jedoch dabei, dass ich keine Technikempfehlungen ausspreche. Jeder DJ und angehende DJ möchte für sich herausfinden, was für ihn das optimale Equipment ist.

Wie eine PA Anlage konfiguriert wird. Dazu gibt es auf der Seite von Thomann einen (wie ich finde) sehr guten Online-Ratgeber. Der geneigte Leser, der sich speziell für das Thema PA und deren Konfiguration interessiert empfehle ich die verlinkten Seite zu besuchen oder sich das Handbuch für PA Technik zu zulegen.

http://www.thomann.de/de/onlineexpert_116_9.html

Kritik zum Buch (Der Allround DJ)

Ich finde Kritik sehr gut. Nur dadurch, dass ich kritisiert werde, kann ich besser werden. Ich werde sehr oft kritisiert. Und das ist auch gut so. Wenn ich immer nur Lob bekomme und mir auf die Schulter geklopft wird, tut mir irgendwann die Schulter weh.

Kritisiert werde ich (wie jeder andere Mensch auch), bereits seit frühester Kindheit. Das zieht sich durch das Leben durch, wie ein roter Faden. Ich musste lernen, mit Kritik umzugehen. Doch eines, lass ich mir nicht nehmen. Nämlich: Wie ich mit der vorgetragenen Kritik umgehe und WER ist der Kritiker. Denn, ich nehme mir Kritik (besonders negative) sehr zu Herzen und denke viel darüber nach, ob der Kritiker recht mit seiner Kritik hat.

In einem konkreten Kritikfall geht es um mein Buch „Der Allround DJ“. Warum stört mich die Kritik dieses unzufriedenen Lesers? Nun, eigentlich stört mich die Art und Weise. Ich habe schon öfter „negative“ Kritik zu meinem Buch bekommen. Doch immer auch eine Bestätigung der Kritiker, dass sie sich doch einiges aus dem Buch herausziehen konnten, was ihnen geholfen hat. Und, diese Kritiker haben immer auch ihren Namen genannt. Und aus einigen sind sogar gute Bekannte geworden.

Der Kritiker, der sich hinter einer anonymen Mailadresse versteckt und mir seinen Namen nicht nennt, schreibt folgendes (Zitatauszüge):

–          Ich bin lediglich Freizeit Musikabspieler im Familienkreis. Mache es als Hobby.

–          Habe mir nutzbringende Tipps erwartet zum Thema Equipment, speziell Lautsprecher. Fertiglösungen, wie viele Leute ich Beschallen kann etc.

–          Er beschwert sich, dass ich hierzu nichts schreibe. Aber als sinnfrei bezeichnet er meinen Hinweis, dass ein Verstärker mehr Leistung haben sollte als die Lautsprecher.

–          Er nicht glaubt, das niemand, ernsthaft mit meinen „Kurzbroschüren“ eine ernsthafte DJ Karriere aufbauen kann.

–          Er bemängelt, dass keine Kontaktadresse angegeben ist. Daran, kann ich sehen, dass er das Buch nicht wirklich gelesen hat.

Folgendes steht doch schon auf Seite 7: Fragen, Kritik oder Anregungen zum Buch schickst du bitte an folgende Email-Adresse: markoholtwick@gmx.de

Aber ich wäre nicht ich, wenn ich dem „Kritiker“ nicht geantwortet hätte. Schön wäre es gewesen, wenn ich ihn namentlich hätte ansprechen können.

Hi,

vielen Dank für dein Feedback. Leider ist es so, dass ich nicht alle Erwartungen von Lesern erfüllen kann. Du bist einer von ihnen.

Das Buch ist bewusst nicht zu technisch geworden, weil sich die Technik fast jede Woche ändert und jeder seine persönlichen Vorlieben hat. Daher spreche ich keine Technikempfehlungen aus.

Und: Diverse Grundlagen setze ich einfach voraus…

Mit Büchern ist es wie mit Kinofilmen. Mal wird man vom Hocker gehauen, mal wünscht man sich sein Geld zurück…

 

Vielen Dank nochmal für deine Mail….

 

Ich habe es mir lange durch den Kopf gehen lassen, ob ich was zu dieser Mail schreibe. Da ich aber auch, sehr viel, positive Kritik/ Feedback bekomme, wollte ich zeigen, dass es nicht nur „Schulterklopfer“ gibt.

Zum Abschluss des Post aber noch ein Auszug aus einer Mail, die ich einen Tag vorher erhalten habe. Da ich vorher gefragt habe, darf ich auch den Namen veröffentlichen:

Michael Hoffmann schrieb u.a.:

  • eben grade, als ich mal so durch dein Profil stöberte , musste ich feststellen, dass genau DU der Kerl bist von dem ich seit 5Jahren ein Buch im DJ-Schrank habe. „Der Allround DJ“ – Ein Buch, das ich verinnerlicht habe und damals oftmals in Situationen als Orientierungspunkt benutzt habe. Selbst heute ist es immer noch ein Nachschlagewerk, wenn ich irgendwelche Infos brauche….
  • Jeder der ein DJ ist oder werden will, sollte dieses Buch als Pflichtlektüre lesen. Ich bin sehr dankbar, dass du es rausgebracht hast und mir dadurch in vielen Situationen oder Fragen dadurch weiterhelfen konntest.

Auf der Webseite zum Buch, werde ich in den nächsten Tagen Statements von zufriedenen Lesern veröffentlichen. Und ich weiß, von einem Leser, dass er mittlerweile (durch die die Tipps im Buch/ und einiger Gespräche mit mir) im Raum Bremen sehr erfolgreich ist und u.a. in einer sehr angesagten Location regelmäßig auflegt.

So, genug zu diesem Thema.

In diesem Sinne

Power Napping oder „Superschlaf“

Vor einiger Zeit sagte mir ein DJ Kollege, dass er ständig müde ist..

Ich sagte ihm, dass ich im Büro manchmal schlafe. Besonders an Montagen, nach Wochenenden mit wenig Schlaf. Er fragte mich, wie ich das mache.

Ich erklärte ihm die Vorgehensweise von Power-Napping. Mit dieser Methode kann  mit einigen Minuten Schlaf,  der Tag überbrückt werden. Wichtig ist zu erwähnen, dass dieser Kurzschlaf nur den Geist erfrischt, nicht aber den Körper. Jeder der schon mal ein oder zwei Nächte ohne viel Schlaf durchgemacht hat, wird die körperlichen Beschwerden kennen.  Wenn diese Technik überstrapaziert wird, dann könnte es sein, dass man irgendwann nicht mehr nach fünf Minuten aufwacht.

Ich möchte an dieser Stelle  erwähnen, dass ich keinerlei Verantwortung übernehme, für denjenigen, der diese Methode ausprobieren möchte. Da handelt jeder in seinem eigenen Interesse.

 Die Technik

Power-Napping muss man nicht unbedingt im liegen machen. Das geht hervorragend im sitzen. Ja sogar auf der Toilette funktioniert das gut.

Wenn ich z.B.  so müde bin, dass mir die Augen ständig zufallen, dann fahre ich den nächsten Parkplatz an. Ich stelle meinen Sitz ein , ziehe den Autoschlüssel ab. Warum ich den Schlüssel abziehe? Dazu später mehr. 

Ich möchte hier keine wissenschaftliche Abhandlung schreiben, aber es hat etwas mit der Ausschüttung von Hormonen, der Großhirnrinde, der Traumphasen und dem Organismus zu tun.  Wichtig ist der Zeitpunkt des Aufwachens. Denn wenn zu lange geschlafen wird, wirkt sich das sehr negativ aus. Jeder, der schon einmal aus einer Tiefschlafphase geweckt wurde, kennt das Gefühl bestimmt. Man ist wie benebelt. Und dieser Zustand kann schon mal zwei bis drei Stunden andauern. Und in diesem Zustand sollte man kein Auto mehr fahren.

Wann ist also der richtige Zeitpunkt um aufzuwachen?

In den ersten 30 Minuten nach dem Einschlafen, schüttet der Körper das Hormon Somatotropin aus. Wenn man zu lange Schläft und dann aufwacht, tritt der oben beschriebene Aspekt auf. Wenn ich aber nach der ersten, kurzen, Traumphase aufwache, dann ist der Hormonspiegel noch nicht so hoch und nach zwei bis drei Minuten arbeitet das Gehirn wieder normal.

 Der Schlüssel!

Ich sitze also im Auto, hab den Schlüssel in der Hand. Im Büro sitz ich meist im Droschkenkutschersitz. Meine Unterarme liegen auf dem Oberschenkel, den Schlüssel halte ich in meiner Faust. Nun schlafe ich seelenruhig ein. Nach der ersten Traumphase sinkt der Muskeltonus. Der Schlüssel sollte nun,  aus der  halb geöffneten Faust, klirrend zu Boden fallen. Und da die Traumphase ein extrem geräuschempfindlicher Bereich ist, wache ich exakt zum richtigen Zeitpunkt auf.

Der „Superschlaf“ ist fast überall einsetzbar. Nicht jedoch,  wenn man Drogen, Alkohol, Schlaftabletten oder ähnliche Substanzen genommen hat. Diese verändern den Schlafrhythmus nämlich erheblich.

 Zusammengefasst:

  1. Voraussetzung: Keine chemischen Hilfsmittel.
  2. Liegen oder sitzen.  Im schlechtesten Falle: Der Droschkenkutschersitz
  3. Das Schlüsselbund in der geschlossenen Faust halten.
  4. Einschlafen, bis man von alleine wieder aufwacht.
  5. 2 bis 3 Minuten Übergangsphase einkalkulieren, bis die volle Konzentration wieder da ist.
  6. Jetzt sollten Reserven für ca. 2-3 Stunden vorhanden sein.

Viel Spaß beim Ausprobieren. Vielleicht auch mal während eines Jobs. Der Pur Party Mix oder Tainted Love in der Maxifassung sind ja lang genug..:-)

Der Markt (Auszug aus dem Kapitel 4 des Buches „Der Allround DJ“)

Der Markt

„Du weißt nie, wer dir zuschaut. Also immer schön
freundlich lächeln…“

Der Markt für Allround- bzw. Mobil-Disc-Jockeys ist in den letzten Jahren gewachsen und wächst auch weiterhin.
Früher wurden häufig Live-Bands engagiert, um auf Hochzeiten, Schützenfeste usw. zu spielen. Doch auch dies hat sich gewandelt. Immer häufiger werden DJs
gebucht; überwiegend aus zwei Gründen:

1.) Die Kosten: Disc-Jockeys sind günstiger als eine Band. Außerdem machen DJs keine (oder nur ganz wenige) Tanzpausen. Der Kunde bekommt also mehr Musik für sein Geld.

2.) Der DJ ist flexibel: Ein DJ ist flexibler als eine
Band und kann alle Musikwünsche direkt erfüllen.

Der Markt für Allround-DJs variiert. Clubs, Bars und Diskotheken werden eröffnet und wieder geschlossen.
Dem einen liegen private Veranstaltungen, dem anderen die öffentlichen, der andere legt lieber in o.g. Etablissements auf.

Du solltest in dem Bereich auflegen, der dir am meisten liegt. Darauf solltest du dich fokussieren. Es gibt mehrere Faktoren, warum dich ein Kunde bucht. Der Kunde möchte wissen, welche Erfahrungen du im Bezug auf die geplante Veranstaltung hast, welche PA du einsetzt, ob du Musikwünsche annimmst, ob du Licht-Equipment mitbringst usw.

Ein weiterer Punkt ist der Wettbewerb. Da du nicht der einzige Disc-Jockey auf dem Markt bist, hat der Kunde die Wahl. Aber keine Angst, du kannst eine Menge unternehmen, um am Markt klarzukommen, vorausgesetzt, du weißt, wo die Aufträge lauern.

Dazu in Kürze mehr….

Clubs und Diskotheken

Auszug aus dem Buch „Der Allround DJ – Das Praxishandbuch“
Clubs und Diskotheken sind eine Welt für sich. Anders als auf Einzelfeiern und -festen hast du es hier mit Stammkundschaft zu tun. Die meisten Leute gehen am Wochenende in Clubs, um für ein paar Stunden ihre Alltagssorgen, -ängste und -probleme hinter sich zu lassen. Das ist auch der Grund dafür, warum es in vielen Diskotheken Themen- und Mottopartys gibt. Als DJ bist du der Kapitän, der die Gäste mit auf eine Reise nimmt, sie zusammenbringt und ihnen hilft, ihre Sorgen zu vergessen – und zwar mit deiner Musik. Selbst, wenn du technisch einiges auf dem Kasten hast, gibt es eine Menge Dinge, die du beachten solltest, um die Welt in den Clubs und Diskotheken zu verstehen. Stell dir einfach mal folgende Fragen:

1. Bin ich bereit, am Wochenende bis in die frühen Morgenstunden zu arbeiten?

2. Bin ich bereit, am Anfang für wenig oder gar keine Bezahlung aufzulegen?

3. Habe ich die Zeit und das Geld, immer die neuesten Hits zu kaufen?

4. Bin ich bereit, Musik zu spielen, die ich nicht mag? (Ich greife diese Frage bewusst noch einmal auf!)

5. Was wird sein, wenn ich älter werde? Tue ich genug für die Altersvorsorge? (Du wirst oft hören: „DJ? Das kannst du ja auch nicht ewig machen!“ Meine Standardantwort lautet: „Nee, ich möchte gerne mit 60 in Rente gehen.“)

6. Hält mein Gehör es aus, wenn es mehrere Nächte pro Woche hoher Lautstärke ausgesetzt ist?

7. Kann ich mit ausfallenden, pöbelnden, betrunkenen oder prügelnden Gästen umgehen?

8. Toleriert meine Partnerin, dass Gäste versuchen, mit mir zu flirten? (Nichts ist schlimmer als eine Partnerin, die den ganzen Abend neben dir sitzt und die Gäste vergrault, weil sie eifersüchtig ist.)

Ich stelle mir diese Fragen regelmäßig seit mehr als 20 Jahren…

Fortsetzung folgt…

Was macht einen guten DJ aus?

Ich lese in letzter Zeit immer wieder, das Qualität den Preis ausmacht. Doch wie kann ich die Qualität eines DJs messen?
Viele Mobil DJs, von denen ich auf Facebook und Co lese, setzen die Marke des Equipments als Qualitätsmerkmal für ihre Dienstleistung ein. Keine Frage, wer professionell arbeiten möchte, der braucht gutes Equipment. Als ich noch als Maurer tätig war, habe ich auch Profiwerkzeug gekauft, damit ich nicht jede Woche eine neue Kelle oder Maurerhammer kaufen musste. Aber die Qualität des Werkzeuges, macht noch lange keinen guten Maurer. Genauso wie teures „Markenequipment“ noch lange keinen guten DJ ausmacht.

Doch was macht einen guten DJ aus? Ich vertrete schon seit Jahren die These, dass ein guter DJ:
– mit jedem Equipment gute Musik macht.
– eine Top Musikzusammenstellung hat (damit meine ich keine 20.000 Titel auf der Festplatte)
– Sich auf die verschiedensten Situationen schnell einstellen kann

Sicher gibt es noch einige Punkte mehr, die ich aufführen kann. Aber ich möchte es mal dabei belassen. Ich möchte eher auf die einzelnen Punkte eingehen.

Mit jedem Equipment gute Musik machen. Das bedeutet für mich, dass ich, egal welches Equipment mir zur Verfügung gestellt wird (ob im Club oder mobil), das Optimum heraus hole. Ich verstecke mich nicht hinter Aussagen wie: „Das ist kein Pioneer 600 Mixer oder das ist kein Pioneer Nexus, mit dem Numark oder Gemini-Scheiss kann ich nicht auflegen“. Da ich als Club und Mobil DJ unterwegs bin, bin ich da vielleicht etwas schmerzfreier, als manche Kollegen, die ihr ganzes Geld in Markenequipment gesteckt haben. Eine nette Anekdote dazu. Ich hatte eine Freund, der leaste sich eine HK Anlage mit einem Wert von über 100.000 DM. Dazu die neusten Pioneer CD Player. Er dachte damals. Fette Anlage, fette Aufträge. Er rief einen sehr hohen Preis auf und erläuterte bei den Gesprächen mit Kunden immer, dass er doch Top Equipment arbeiten würde. Seine fachlichen Qualitäten ließen leider zu wünschen übrig.
Ein anderer Freund, kaufte sich eine Hausmarke eines großen Musikhauses und ist damit sehr gut unterwegs. Er wird nicht wegen seiner Anlage gebucht, sondern wegen seiner fachlichen Qualitäten.

Einen guten DJ macht seine Musikzusammenstellung aus. Diese These vertrete nicht nur ich, sondern auch sehr viele Geschäftsführer und Veranstalter, mit denen ich zusammenarbeite. Was nützen einem 20.000 Musiktitel auf der Festplatte? Früher bin ich mit 2 Curverkisten oder zwei Cases Vinyl losgezogen. Wie tausende andere DJs auch. Und? Die Abende haben wir auch gerockt. Mit der Musik, die wir dabei hatten. Und wenn ich ehrlich bin, wenn ich mal privat unterwegs bin und Kollegen lausche. 80% der Musik, die ich höre ist gleich. Es gibt halt aus jeder Dekade bestimmte Hits, die „immer“ laufen. Der Rest ergibt sich beim auflegen.

Sich auf verschiedene Situationen, schnell einstellen. Ich finde, als DJ muss man schnell im Kopf und sehr flexibel sein. Er muss schnell umschalten können und sich auf Situationen einstellen können. Ich musste auf dem Schützenfest in Hannover einmal dafür sorgen, dass Ruhe einkehrt. Die Polizei hatte darum gebeten, weil im Vorbereich ein Schlägerei stattfand. Die Gäste im Zelt sollten nichts davon mitbekommen. Bzw. die Gemüter sollten sich beruhigen. So spielte ich über einen längeren Zeitraum Musik zum „runter kommen“. Doch als wieder grünes Licht kam, zog ich direkt wieder an, so dass die Stimmung in sehr kurzer Zeit wieder „Schützenfesttauglich“ war.
Beispiele für das schnelle Umschalten und reagieren auf diverse Situationen gibt es bestimmt zuhauf. Auch der Leser wird die ein oder andere Situation kennen.
Was ich deutlich machen möchte. Klar, hat Qualität seinen Preis. Aber wie misst man die Qualität eines DJ? Bestimmt nicht an seinem Equipment. Ich denke, ein DJ, der gut ist, den erkennt man an seinen Aufträgen. An den Clubs u Diskotheken in denen er Musik macht. Alles andere ist für mich kein Qualitätsmerkmal.
Ich freue mich auf eine anregende Diskussion und Kommentare.