Sei mehr als nur ein DJ

Du kaufst dir einen Anhänger voll Equipment, lädst dir von diversen Webseiten 30.000 und mehr Musiktitel runter, lässt dir Visitenkarten drucken, eine Homepage einrichten und erzählst dann jedem: »Hey, ich bin jetzt DJ!«
Nie war es, seitdem dem Aufkommen von MP3 Playern, Festplatten im Terrabytebereich und schnellen Internetverbindungen, einfacher DJ zu werden als heute.
Du musst also mehr sein, als nur ein DJ!

Um in diesem Geschäft erfolgreich zu sein, musst du mehr können, als ein paar Musikstücke hintereinander abzuspielen.
Du musst wissen, wann du welche Musik spielst, wie laut du sein darfst, wann du etwas ändern oder etwas durchs Mikrofon sagen musst usw. usw.
Um Geld zu verdienen, musst du halt mehr können, als nur Musik auflegen.

Du musst ein Geschäftsmann werden. Doch viele denken nicht wie ein Geschäftsmann. Das sehe ich u.a. an den vielen Gagendiskussionen in diversen Facebookgruppen. Viele DJs träumen von vollen Auftragsbüchern, jammern aber über »Billig DJs« und sind mitunter nicht weit von der Pleite entfernt.
Und noch ein Fakt: DJs gibt es wie Sand am Meer.
Ich hab es oben bereits geschrieben:
Sei mehr als NUR ein DJ! Du musst dich abheben, wenn du mehr sein willst, als NUR ein Durchschnitts DJ?
Vor allem darfst du nicht (nur) wie ein DJ denken. Und noch einmal: Du musst lernen wie ein Geschäftsmann zu denken. Du solltest in diese und in andere Fähigkeiten investieren, um dich von der Masse abzuheben.

Du kannst dich aber auch weiter an den nie enden wollenden Gagendiskussionen beteiligen…

In dieser Artikelreihe möchte ich dir Anregungen und Denkanstöße geben, die über den Tellerrand des „normalen“ DJ dasein hinausgehen.

In diesem Sinne.

Empfehlung:

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Auszug aus dem Kapitel „Equipment“

Equipment

Frag 100 DJs, nach der besten Technik, dann bekommst du 100 verschiedene Antworten.

Ich möchte und kann hier keine Empfehlung aussprechen, welches die beste Marke ist. Oder ob deine PA aktiv oder passiv sein soll. Letztendlich bestimmt auch dein Budget, was du dir leisten kannst.

Ich kenne kaum einen DJ, der nicht sein eigenes Equipment besitzt. Und sei es nur die Grundausstattung. Bei vielen Gigs musste ich z.B. meine eigene Konsole und CD-Player mitbringen, die ich über die Haus- oder vorhandene PA anschließen konnte. Das war z.B. der Fall, wenn ich im Wechsel mit einer Band spielen musste. Es ist aber auch vorgekommen, dass mir das Equipment im Club nicht zusagte und ich deshalb meine eigenen Plattenspieler mitgebracht habe. Wenn du überwiegend stationär arbeitest, hast du den Vorteil, dass das Equipment fest eingebaut ist. Wenn du mobil arbeitest, wird die Anschaffung von Equipment ein Loch in deine Brieftasche reißen.

Einen Ratschlag möchte ich dir dennoch geben: Sofern du nicht als professioneller DJ tätig werden möchtest, kaufe dir dein Equipment nicht auf Kredit. Weiter unten findest du einen Tipp, der dir, besonders in deinen Anfängen sehr hilfreich sein kann.

Was sollst du kaufen?

Kauf was du wirklich brauchst. Das, was du kaufst, sollte dann auch von guter Qualität sein. Mittlerweile gibt es eine Reihe von Firmen, die sogenannte Package-Deals anbieten. Mit anderen Worten: Du bekommst mehrere Dinge zu einem Preis. Alle großen Händler bieten das an.

Ein Wort zu »Marken«: Markennamen sind schon lange kein Qualitätskriterium mehr. Auch sehr bekannte Marken, die hohe Preise für ihre Produkte verlangen, lassen in Billiglohnländern fertigen. Nicht selten wird in der Produktion gespart, um das Geld in Imagekampagnen fließen zu lassen. Daher solltest du dir auch folgende Frage stellen:

Gebraucht oder neu?

Qualitativ hochwertige Produkte haben immer ihren Preis. Gebrauchtes Marken-Equipment ist günstiger, hat aber den Nachteil, dass die Geräte oft keine Garantie mehr haben oder Gebrauchsspuren aufweisen. Für den Anfang kann gebrauchtes Equipment eine gute Alternative sein.
Es gibt aber auch eine Variante für den schmalen Geldbeutel. Ich habe diesen Weg, in meinen Anfängen, oft in Anspruch genommen.

Mieten

Statt dir Equipment zu kaufen, kannst du es mieten. Das macht vor allem dann Sinn, wenn du als Mobil-DJ nur sporadisch Aufträge hast. Mittlerweile gibt es in fast jeder größeren Stadt einen für PA-Equipment Verleih. Am besten, du wirfst einen Blick ins Internet oder Branchenbuch. Du kannst natürlich auch DJ Kollegen fragen.

Egal, ob gemietet oder gekauft, wichtig ist, dass du das Equipment beherrschst. Es schadet nicht, sich einige Fachkenntnisse anzueignen. Die Frage nach den Anschlüssen wird z.B. sehr oft gestellt. So solltest du z.B. den Unterschied zwischen Chinch- und Klinke kennen und dass Lautsprecher u.a. mit Klinke- oder Speakon-Kabel angeschlossen werden können.

System-Komponenten

Hier hab ich in der ersten und zweiten Auflage einige Komponenten aufgeführt. Doch in den letzten Jahren hat sich im Equipmentbereich eine Menge getan. Ich kenne, zum Beispiel, keinen DJ mehr, der einen CD Player auf privaten Veranstaltungen nutzt. Standard ist mittlerweile ein Laptop und ein Controller, mit der die DJ Software angesteuert wird. Was Controller angeht, kann und möchte ich keine Empfehlung aussprechen. Hier ist mir der Markt zu unübersichtlich.

Bei Diskotheken- oder »Koffer-Jobs«, wo CD Player mit USB Anschluss vorhanden sind, nehme ich mittlerweile nur noch zwei USB-Sticks oder ein Notebook mit Controller mit.

…..

Auszug aus: „Der Allround DJ – Das Praxishandbuch“

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„Der Allround DJ“(3. Auflage)

Exklusiv auf meinem Blog veröffentliche ich Teile aus der überarbeiteten Version meines Buches: „Der Allround DJ – Das Praxishandbuch“

Einige Teile des bestehenden Buches habe ich gestrichen, dafür neue mit rein genommen. Wie zum Beispiel das Thema rund um die GEMA für DJs.

 

BEACH PARTY – Anthem

Ich bin immer wieder erstaunt, was ich beim aufräumen alles so wieder finde. Unter anderem alte Produktionen von mir.

Diese Produktion habe ich für Deutschlands größte Beach Party 2006 produziert. Kaum zu glauben, dass das schon 10 Jahre her ist. Ich habe den Track damals zum kostenlosen Download auf MP3.de zur Verfügung gestellt.

Ich spiele ihn immer noch zu diversen Anlässen.

 

 

Viel Spaß beim hören.

 

Crowd Reading oder „Das Publikum lesen“ (Teil 2)

Im letzten Artikel habe ich angerissen, wie ich auf privaten Veranstaltungen das Publikum lese. In diesem Artikel möchte ich beschreiben, wie ich in Diskotheken, speziell in meinem Resident Laden dem Ballermann 6 in der Düsseldorfer Altstadt vorgehe.

Wie lese ich das Publikum in einem Club, speziell im Ballermann 6?

Dazu eine kleine Anekdote. Eine ehemalige Kollegin aus Banktagen, besuchte mich. Sie sagte zu mir:“ Wir haben fast fünf Jahre zusammengearbeitet. Aber ich habe dich noch nie so konzentriert arbeiten sehen, wie heute.“

Sie hat Recht. Ich bin extrem konzentriert im Ballermann 6. Und das hat auch seinen Grund. Anders als in allen anderen Diskotheken, in denen ich bis dato aufgelegt habe, wird im Ballermann kein Eintritt genommen. Wenn dem Gast also das Programm nicht gefällt, dann geht er wieder raus und geht in die nächste Disko oder Kneipe. Und dass gilt es mit einem gut gemischten Musikprogramm zu verhindern. Ergo ist ein genaues beobachten der Gäste zwingend erforderlich.

Ich beobachte die Gäste bereits beim reinkommen. Was tragen sie für Kleidung. Ist es eine Gruppe, ein Junggesellen/in Abschied, reine Männer- oder Frauengruppen. Sind die Gäste bereits alkoholisiert oder kommen sie nüchtern in den Laden? Mit einer Gruppe, die schon fröhlich ins Lokal kommt, fange ich direkt zu arbeiten.

Ganz wichtig ist meine Verbindung zum Eingang. Das DJ Pult im Ballermann ist im hinteren Teil des Ladens. Ich stehe mit meinem Chef im Blickkontakt. Der mir immer mal wieder Zeichen gibt. Er zeigt mir per Handzeichen. Dann weiß ich, ob ich das Programm anziehen muss und zusehe, dass die Gäste im Laden die Hände wieder nach oben bekommen. Damit die Leute draußen sehen, dass ich Laden der Papst boxt. Und dann Lust haben, zu mir in den Laden zu kommen.

Was bei uns immer sehr wichtig ist, auch mit dem Kellner zu sprechen. Manchmal hab ich das Gefühl, die Gäste haben keine Lust zu feiern. Und dann stellt sich heraus, dass sehr viele ausländische Gäste im Lokal sind. Dann switche ich von deutscher Musik auf internationale Hits.

Einer der wichtigsten Punkte des Crowd Reading ist, die Gäste permanent im Blick zu haben. Dort wo viele Männer und wenig Frauen. Fans von verschiedenen Fußballvereinen usw. aufeinander treffen, ist auch immer sehr viel Konfliktpotential vorhanden. Da heißt es „Holzauge sein wachsam“, um Konflikte bereits im Keim ersticken zu lassen. Das sind die wichtigsten Punkte des Crowd Reading bei mir im Ballermann 6, an der längsten Theke der Welt.

Crowd Reading oder „Das Publikum lesen“ (Teil 1)

Hand aufs Herz. Jeder DJ, hat folgende Situation schon einmal oder öfter erlebt. Auf einer Hochzeit, einer Zeltparty, im Club oder sonst wo. Egal was du spielst, die aktuellsten Hits, die größten Feten Kracher, keiner bzw. nur wenige Gäste tanzen. Du denkst dir:“ Aber letzte Woche, auf der Hochzeit von Hans und Uschi hat das super funktioniert. Da sind alle megamäßig abgegangen.“ Oder du spielst in einem, dir unbekanntem, Club und ratterst deine Playlist aus deiner Stammdisko runter, weil sie dort funktioniert.

Und als wenn das nicht schon genug wäre, kommt ein angetrunkener Spinner und pöbelt:“ Ist das dein erster Gig als DJ? Bist ja voll der Kracher, tanzt bloß keiner!“ Oder man hält dir Smartphones unter die Nase und bittet dich die persönlichen Playlisten der Besitzer dieses Gerätes zu spielen. Es ist zum verzweifeln. Man möchte nur noch weg!

So oder ähnlich lese ich, fast täglich, Einträge in diversen Foren und Facebook-Gruppen.

Es gibt diese Events bzw. Abende, da kannst du dir noch so ein Bein ausreißen. Es ist einfach nichts zu machen. Ich möchte einige Beispiele nennen. Eine Hochzeit im Sommer. 35 Grad im Schatten. Es ist unerträglich heiß im Saal und alle stehen draußen. Ähnlich geht es auch in Diskotheken zu. Auf privaten Veranstaltungen kommen noch andere Faktoren dazu. Auf einer Hochzeit vor einigen Jahren, wollte das Brautpaar unbedingt vermeiden, dass sie ausgelassene Stimmung verbreiten. Alle anderen sollten feiern und Spaß haben. Das Brautpaar hatte kurz vor der Hochzeit zwei Schicksalsschläge zu verarbeiten. Soweit ich mich recht erinnere haben sie ihr Baby verloren und zwei Wochen vor der Hochzeit ist die Mutter verstorben. Die Gäste fühlten sich dem Brautpaar verpflichtet und es kam einfach keine Stimmung auf. Es war eher wie auf eine Trauerfeier. Leider sagte man mir das erst beim abrechnen. Der Bräutigam war sehr zufrieden mit meiner Leistung. Aber eine Veranstaltung, die unter einem solch Stern steht, ist ja nicht die Regel.

Doch wie ließt man das Publikum?

Ich habe verschiedene Vorgehensweisen. Dazu brauchst du kein Talent, die Macht der Jedis muss nicht mit dir sein und du musst auch keine besonderen Techniken dafür erlernen. Zwei Dinge sind wichtig: Beobachtungsgabe und Feedback.

Beobachtungsgabe

Allein das, was du von deinem Arbeitsplatz aus siehst, kann dir schon eine Menge Informationen bringen. Wie alt sind die Gäste? Sind überwiegend jüngere oder ältere anwesend? Sind Kinder da? Sind verschiedene Nationalitäten anwesend? Und so weiter.

Feedback

Am meisten Informationen bekomme ich jedoch von den Gastgebern bereits im Vorgespräch. Sie sagen mir, im Ideal-Fall, wie viele Gäste anwesend sein werden und wie die Altersstruktur ist. Vor Ort mische ich mich dann unter die Gäste und erfahre im Smalltalk eine Menge über den Musikgeschmack, welche Erfahrungen sie auf letzten Veranstaltungen gemacht haben, ob es familieninterne Lieder gibt (Insiderinformationen) und ich teile mit, dass sie sich nicht scheuen sollen, mir ihre Wünsche mitzuteilen. Ich bin schließlich DJ und kein Gedankenleser. Und die Gäste nehmen mich bereits sehr früh physisch wahr.

In der Regel fange ich auf mobilen Veranstaltungen, bereits während der Nachspeise an, die Musik etwas lauter zu machen. Ich spiele Musik, die wirklich jeder kennt und zu der schon getanzt werden könnte. Für Veranstaltungen, wo die Gäste schwer zu erreichen sind, nutze ich verschiedene Tricks, die auch Vortragsredner und Moderatoren anwenden. Eine gute Moderationstechnik ist für dieses vorgehen erforderlich.

Ich sage den Gästen, was sie tun sollen. Ein Beispiel: „ Sehr geehrte Gäste, darf ich um ihre Aufmerksamkeit bitten. Ich brauche jetzt jeden einzelnen von ihnen auf der Tanzfläche. Wir bilden einen großen Kreis und nehmen das Brautpaar in die Mitte…..“

Dann sage ich was weiter zu tun ist. Ich lass die Gäste schunkeln, klatschen, hole die Eltern-, Großelternteile, die Geschwister usw. mit auf die Tanzfläche. In 80 Prozent der Fälle klappt diese Vorgehensweise. Es ist ein großer Vorteil, wenn die Gäste nicht mehr sitzen und sich bereits auf der Tanzfläche befinden.

Im nächsten Teil

Beschreibe ich, wie ich bei mir im Ballermann 6 vorgehe.

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