Auszug aus der 3. Auflage – „Der Allround DJ“

Auszug aus der 3. Auflage – „Der Allround DJ“

Ich aktualisiere gerade „Der Allround DJ – Das Praxishandbuch“. Einige Inhalte haben es nicht mehr in die 3. Auflage geschafft. Viele Inhalte (u.a. aus meinen Seminaren) habe ich ins Buch aufgenommen. Ich gewähre hier schon mal einen kleinen Einblick, was neu rein gekommen ist.

Der Dinner Talk

Eine Methode, die ich sehr gerne und oft einsetze ist der „Dinner Talk“. Mit dieser Methode kann ich schon sehr früh einen guten Kontakt zu den Gästen aufbauen. Früher habe ich es so gemacht, dass ich mich beim Sektempfang unter die Gäste gemischt habe. Zu Beginn einer Feier, sind die Gäste allerdings noch in einem anderen Modus. Es bilden sich, bzw. sind feste Gruppen (Familie, Kollegen, usw.). In dieser Phase ist es sehr schwierig mit den Gästen ins Gespräch zu kommen. Du bist in dieser Phase der Feier „noch“ ein Fremdkörper. Die Gäste kennen sich untereinander und als Fremder kommst du als Gesprächspartner erstmal nicht in Frage.

Ich lasse die Gäste beim Sektempfang weites gehend in Ruhe und beobachte die Szenerie. Zu einem bestimmten Zeitpunkt nehmen die Gäste dann ihre Plätze ein und warten darauf, dass das Buffet eröffnet wird. Sie haben auch alle riesen Hunger, da die Traufeier in der Kirche länger dauerte als geplant. Dann wurden auch noch Fotos gemacht. Bei vielen ist das Frühstück schon lange verdaut und ein ziehen und Grummeln macht sich im Magen bemerkbar. Ich weiß nicht, wie es dir geht. Aber ich werde mit steigendem Hunger aggressiv. Das liegt an dem Unterzucker, der entsteht. Dazu könnte ich dir jetzt noch aus Studien zitieren, wieso Menschen aus Hunger töten. Aber das würde zu weit führen.

 Ich möchte immer relativ früh wissen, wohin der Abend gehen kann. Dazu sind natürlich die o.g. Vorinformationen wichtig. Aber durch den direkten Kontakt zu den Gästen bekomme ich noch mehr Informationen und kann den Abend besser gestalten.

Wie komme ich aber nun sehr früh an die Informationen, die ich benötige, bzw. wie gehe ich vor, um den Abend schon sehr früh in die gewünschte (meine) Richtung zu lenken? Mit dem Dinner Talk.

Wenn das Dessert wird serviert, die Gäste gesättigt und nicht mehr so verschlossen sind, wie noch zu Beginn der Feier. Mache ich folgendes. Während die Gäste ihr Dessert verzehren, gehe ich von Tisch zu Tisch. Ich stelle mich vor und verteile 3 bis 5 Wunschzettel. Ich sage zum Beispiel:

„Guten Abend, ich bin Marko und bin der DJ heute Abend. Schreibt mir doch bitte schon einmal einige Musikwünsche auf, damit ich weiß, wohin die Reise hingehen kann. Ich gehe jetzt von Tisch zu Tisch und sammele die Zettel gleich wieder ein“.

 Der Vorteil, den ich damit erziele ist folgender. Ich binde die Gäste in die Musikgestaltung ein. Ähnlich, wie ich auch Teilnehmer auf meinen Vorträgen oder Seminaren einbinde. Ferner komme ich jetzt viel einfacher mit den Gästen ins Gespräch. Gäste fragen dann schon oft, ob ich eine spezielle Musikrichtung oder Künstler dabei habe usw.

So gehe ich also von Tisch zu Tisch und sage meinen Spruch auf. Wenn ich beim letzten Tisch angekommen bin, gehe ich wieder zum ersten Tisch und sammele die Wunschzettel wieder ein. Du merkst bei diesem Vorgehen auch schon, wer Lust hat zu feiern und wer ein „Stubenhocker“ ist. Jetzt habe ich also 30 bis 50 Wunschzettel in der Hand. Schon am Tisch schaue ich auf die Zettel und kann dazu was sagen. Wann ich z.B. einen bestimmten Titel spiele und wieso erst zu dem Zeitpunkt. Hier kommen sehr wenig Diskussionen auf, da die Gäste noch nicht zu betrunken sind und aufgrund des Lautstärkepegel ein vernünftiges Gespräch möglich ist.

Auch erkennst du hier schon den „einen“ Gast, der dir versucht den Abend schwer zu machen. Ich glaube, die meisten Leser wissen was ich meine.

Mit der Masse an Zetteln gehe ich nun zu meinem DJ Platz und sortiere. Ich nehme das Mikrofon und bedanke mich bei den Gästen. Ich erläutere, dass ich nun Musikwünsche habe, die für zwei Tage reichen und dass ich die Musik anfange etwas lauter machen, um sie darauf vorzubereiten, dass es in 10-15 Minuten zum nächsten Höhepunkt des Abends kommt. Den Eröffnungstanz.

Natürlich dürfen die Gäste den Abend über Wünsche äußern.

Ich sage dann noch oft, mit Blick auf die Wunschzettel, dass es gut ist, dass die Person nicht dazu geschrieben hat, die sich was gewünscht hat. Ich suche mir die absurdesten Titel aus und spiele diese in diesem 10- 15-Minütigen Zeitfenster bis zum Eröffnungstanz. Der Effekt ist fast immer der gleiche. Der Tisch bzw. die Person, die den Titel aufgeschrieben hat freut sich. Ich versuche von allen Tischen einen Titel zu spielen, der sich gewünscht wurde. Danach kann ich eigentlich machen was ich will. Wieso?

Ich habe die Gäste mit ins Boot geholt. Die Gäste haben sich Gedanken gemacht und haben das Gefühl, dass sie Einfluss auf die musikalische Gestaltung haben und ich weiß anhand der Musikwünsche wo die Reise hingehen kann. Ich kann mein Musikprogramm dennoch so wie „immer“ gestalten, da die Gäste von Tisch eins nicht wissen, was die Gäste von Tisch zehn aufgeschrieben haben.

Die üblichen Verdächtigen stehen, übrings, fast immer auf den Wunschzetteln. Zum Beispiel der Pur Party Mix, Played Alive von Safri Duo und Helene Fischer.

 

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Kritik zum Buch (Der Allround DJ)

Ich finde Kritik sehr gut. Nur dadurch, dass ich kritisiert werde, kann ich besser werden. Ich werde sehr oft kritisiert. Und das ist auch gut so. Wenn ich immer nur Lob bekomme und mir auf die Schulter geklopft wird, tut mir irgendwann die Schulter weh.

Kritisiert werde ich (wie jeder andere Mensch auch), bereits seit frühester Kindheit. Das zieht sich durch das Leben durch, wie ein roter Faden. Ich musste lernen, mit Kritik umzugehen. Doch eines, lass ich mir nicht nehmen. Nämlich: Wie ich mit der vorgetragenen Kritik umgehe und WER ist der Kritiker. Denn, ich nehme mir Kritik (besonders negative) sehr zu Herzen und denke viel darüber nach, ob der Kritiker recht mit seiner Kritik hat.

In einem konkreten Kritikfall geht es um mein Buch „Der Allround DJ“. Warum stört mich die Kritik dieses unzufriedenen Lesers? Nun, eigentlich stört mich die Art und Weise. Ich habe schon öfter „negative“ Kritik zu meinem Buch bekommen. Doch immer auch eine Bestätigung der Kritiker, dass sie sich doch einiges aus dem Buch herausziehen konnten, was ihnen geholfen hat. Und, diese Kritiker haben immer auch ihren Namen genannt. Und aus einigen sind sogar gute Bekannte geworden.

Der Kritiker, der sich hinter einer anonymen Mailadresse versteckt und mir seinen Namen nicht nennt, schreibt folgendes (Zitatauszüge):

–          Ich bin lediglich Freizeit Musikabspieler im Familienkreis. Mache es als Hobby.

–          Habe mir nutzbringende Tipps erwartet zum Thema Equipment, speziell Lautsprecher. Fertiglösungen, wie viele Leute ich Beschallen kann etc.

–          Er beschwert sich, dass ich hierzu nichts schreibe. Aber als sinnfrei bezeichnet er meinen Hinweis, dass ein Verstärker mehr Leistung haben sollte als die Lautsprecher.

–          Er nicht glaubt, das niemand, ernsthaft mit meinen „Kurzbroschüren“ eine ernsthafte DJ Karriere aufbauen kann.

–          Er bemängelt, dass keine Kontaktadresse angegeben ist. Daran, kann ich sehen, dass er das Buch nicht wirklich gelesen hat.

Folgendes steht doch schon auf Seite 7: Fragen, Kritik oder Anregungen zum Buch schickst du bitte an folgende Email-Adresse: markoholtwick@gmx.de

Aber ich wäre nicht ich, wenn ich dem „Kritiker“ nicht geantwortet hätte. Schön wäre es gewesen, wenn ich ihn namentlich hätte ansprechen können.

Hi,

vielen Dank für dein Feedback. Leider ist es so, dass ich nicht alle Erwartungen von Lesern erfüllen kann. Du bist einer von ihnen.

Das Buch ist bewusst nicht zu technisch geworden, weil sich die Technik fast jede Woche ändert und jeder seine persönlichen Vorlieben hat. Daher spreche ich keine Technikempfehlungen aus.

Und: Diverse Grundlagen setze ich einfach voraus…

Mit Büchern ist es wie mit Kinofilmen. Mal wird man vom Hocker gehauen, mal wünscht man sich sein Geld zurück…

 

Vielen Dank nochmal für deine Mail….

 

Ich habe es mir lange durch den Kopf gehen lassen, ob ich was zu dieser Mail schreibe. Da ich aber auch, sehr viel, positive Kritik/ Feedback bekomme, wollte ich zeigen, dass es nicht nur „Schulterklopfer“ gibt.

Zum Abschluss des Post aber noch ein Auszug aus einer Mail, die ich einen Tag vorher erhalten habe. Da ich vorher gefragt habe, darf ich auch den Namen veröffentlichen:

Michael Hoffmann schrieb u.a.:

  • eben grade, als ich mal so durch dein Profil stöberte , musste ich feststellen, dass genau DU der Kerl bist von dem ich seit 5Jahren ein Buch im DJ-Schrank habe. „Der Allround DJ“ – Ein Buch, das ich verinnerlicht habe und damals oftmals in Situationen als Orientierungspunkt benutzt habe. Selbst heute ist es immer noch ein Nachschlagewerk, wenn ich irgendwelche Infos brauche….
  • Jeder der ein DJ ist oder werden will, sollte dieses Buch als Pflichtlektüre lesen. Ich bin sehr dankbar, dass du es rausgebracht hast und mir dadurch in vielen Situationen oder Fragen dadurch weiterhelfen konntest.

Auf der Webseite zum Buch, werde ich in den nächsten Tagen Statements von zufriedenen Lesern veröffentlichen. Und ich weiß, von einem Leser, dass er mittlerweile (durch die die Tipps im Buch/ und einiger Gespräche mit mir) im Raum Bremen sehr erfolgreich ist und u.a. in einer sehr angesagten Location regelmäßig auflegt.

So, genug zu diesem Thema.

In diesem Sinne

Rezension: Wer Ja sagt, darf auch Tante Inge ausladen (von Thomas Sünder)

Ich habe, auf Empfehlung eines DJ Kollegen, mir das Buch „Wer Ja sagt, darf auch Tante Inge ausladen“ auf mein Kindle geladen. Es ist vom Autor sehr kurzweilig geschrieben. Thomas Sünder ist Hochzeit DJ und schreibt über seinen Alltag. Er gibt Brautpaaren für die Planung ihres Festes sehr nützliche Tipps.

Da ich auch schon sehr viele mobile Veranstaltungen und mindestens ein bis zwei Hochzeiten im Jahr als DJ begleite, stimme ich dem Autor in vielen Punkten zu. Besonders, was die Auswahl der passenden Location, dem DJ, dem Fotografen und einigen anderen Punkten angeht. Das Buch ist natürlich aus der rein subjektiven Sicht von Thomas Sünder geschrieben.

So finde ich, rein persönlich, dass einige „Bräuche“ durchaus dazu gehören. Und ein DJ auch ruhig einmal ein oder zwei kurze Tanzpausen einlegen darf. Besonders nach dem Ehrentanz, so habe ich die Erfahrung gemacht, tanzen die Gäste zwei bis drei Musiktitel lang und begeben sich dann wieder zu den Tischen oder der Theke. Ich habe sehr viele Tanten im gehobenen Alter. Und von vielen Familienfeiern weiß ich, dass die es nicht ganz so laut mögen. Daher finde ich die Tipps zur Belegung der Tische wirklich sehr hilfreich für die Gastgeber. Die älteren Gäste nicht im Bereich der Tanzfläche und in der Nähe der Lautsprecher zu platzieren.

Im Kapitel, wo es über DJs geht, musste ich mehrmals mit dem Kopf schütteln. Kein DJ hat das recht einen anderen zu beurteilen, ob er gut oder schlecht ist. Auch sagt, meiner Meinung nach, eine Homepage nicht viel über den DJ aus. Auch bin ich der Meinung, dass eine Titelliste, so wie ich sie im Vorfeld rausgebe, durchaus Sinn macht. Was die Gage für einen guten DJ angeht, liegt er wiederum ganz in dem Bereich, was für einen Hochzeit DJ angemessen ist. Aber auch ein „günstiger“ Preis, sagt noch nichts über den DJ aus. Gut finde ich den Hinweis auf Agenturen, die mit großformatigen Anzeigen in den einschlägigen Hochzeitsmagazinen werben.

Was das Thema Moderation angeht. So ist es oft so, dass die Paare keine Animationsmoderation wünschen. Aber, ein moderationsstarker DJ ist immer von Vorteil, da er mit seiner Kompetenz auch viele Dinge überbrücken kann. Und manchmal ist es, auch meine subjektive Meinung, nach durchaus Angebracht, wenn der DJ mit Moderation und dezente Animation den Saal zum kochen bringt.

Wirklich sehr hilfreich sind die Planungskapitel zur Location, Zeitplan für den Abend usw. Wo ich mit dem Autor voll übereinstimme ist das Thema Spiele. Wenn sie kurz und witzig sind. Auf das Brautpaar passen, dann können sie die Stimmung auflockern. Aber viele Spiele sind wirklich überflüssig. Was Thomas Sünder mit einigen Beispielen unterstreicht.

Ich kann jedem Brautpaar dieses, lesenswerte Buch ans Herz legen. Aber auch DJs, Bands und Alleinunterhalter werden in diesem Buch sicher noch fündig, was sie in den nächsten Vorbesprechungen mit einbauen können.

Warum ich meine Bücher selbst verlege….

Ich hatte gestern das Vergnügen einen Tag mit einem sehr bekannten Sportmoderator zu verbringen. Neben den Seminarthemen erfährt man auch die ein oder andere Anekdote. Ulli Potofski philosophierte ein wenig über seine Zukunft. Die sieht er im Bücher schreiben. Ein Kollege, erwähnte dann, dass ich ja auch ein Buch geschrieben habe. Er fragte, bei welchem Verlag ich sei. Ich sagte, ich habe mich dazu entschieden meine Büch selbst zu verlegen. Was er sehr interessant fand. Wobei Selbstverleger in Deutschland, leider, einen sehr schweren Stand haben. Sie werden nicht als vollständige Autoren anerkannt. Wikipedia verweigert auch Literaturangaben aus dem Book on Demand Bereich. Anscheinend muss man einen Verlag im Rücken haben, um als Autor etwas zu gelten.

Ich erklärte Ulli, dass ich durchaus bei einem bekannten Verlag hätte veröffentlichen können. Der Verlag bringt mehrere Magazine und Fachbücher für den Musikbereich heraus. Dieser Verlag bot mir einen Vertrag über eine Erstveröffentlichung von 1500 Exemplaren an. 100 Exemplare hätte ich zum EK garantiert abnehmen müssen. Der VK sollte 19,90 EUR betragen. Mit den 100 Exemplaren hätte ich die Druckkosten des Verlages gezahlt. Pro verkauften Buch, hätte ich ein Honorar von etwas über einem Euro bekommen. Ich hab es abgelehnt.

Ich machte mich dann schlau und las einige Bücher über Verlagsgründung und kam mit dem Begriff „Book on Demand“ in Kontakt. Bei Google fand ich die Firma BoD. Eine Tochterfirma des Großbuchhändlers Libri. Das Angebot beinhaltete den Vertrieb über den stationären und Onlinebuchhandel. Vor allem, dass mein Buch auch bei Amazon zu bestellen war (ist), war für mich entscheidend. Und dass ich den Verkaufspreis und die Marge selbst bestimmen konnte. Mittlerweile habe ich mehr als die, vom renommierten Verlag, angebotene Erstauflage verkauft und mein Autorenhonorar liegt weit über dem, was mir angeboten wurde. Der Nachtteil. Ich muss vom Layout, Satz, Covererstellung etc. alles selber machen. Was schon eine Menge Zeit in Anspruch genommen hat.

Als nächstes ist eine Hörbuchauflage und eine Aktualisierung geplant, da sich in Sachen GEMA ja einiges für DJs geändert hat. Meine zukünftigen Publikationen, werde ich weiterhin selber verlegen. Ich stelle fest, dass ich immer wieder belächelt werde, wenn Kollegen meine Bücher in die Hand nehmen und darin blättern. Ich lächele sie dann an und sage dann oft: „Lach du ruhig, ich lach alle drei Monate, wenn ich die Verkaufszahlen bekomme….“

In diesem Sinne…