Warum ich Coaching gut finde

Warum ich Coaching gut finde

Ich finde Coaching gut. Warum? Weil ich selber eine Ausbildung zum Coach gemacht habe? Nein! Ich finde es aus zwei Gründen sinnvoll. Einer ist beruflicher Natur, der andere hat einen privaten Hintergrund.

Um meine Familie zu ernähren, ich hatte gerade eine langjährige Stelle als DJ in einer großen Diskothek verloren, entschloss ich mich in einem Call-Center anzufangen.

Reden und das gerne und viel konnte ich ja. Mit dem Thema Verkaufen kannte ich mich auch bestens aus. In meiner ersten Tätigkeit als „Medien Berater“ verkaufte ich Infoeinträge, am Telefon, für eine bekannte Branchenauskunft. Hier kam ich das erste Mal richtig mit dem Thema „Coaching“ in Verbindung. Coaches sowie die Teamleiterin waren ständig bemüht, die Erfolge im Verkauf zu optimieren.

Nach sechs Monaten wechselte ich auf Empfehlung der ehemaligen Teamleitung zur Dresdner Bank. Hier telefonierte ich „Custumer Care“. Will heißen: Ich rief die Kunden, die vor kurzer Zeit ein Konto eröffneten an, um zu fragen, ob alle PIN Nummer und TAN Blöcke angekommen waren. Dann kam die Lehmann-Pleite und ich wurde in der Beschwerdehotline eingesetzt. Kurze Zeit später der nächste Schock. Die Dresdner Bank wurde verkauft. Allen Kollegen und mir viel ein Stein vom Herz, da die Commerzbank nun die neue Eigentümerin war. Alle hatten befürchtet, dass eine chinesische Bank den Zuschlag erhielt.

Mit dem Wechsel von der grünen zur gelben Bank, änderte sich in der Telefonie eine Menge. Ich machte Terminvereinbarungen für die Kundenbetreuer und Serviceumfragen. Alle drei Monate fand ein „Side by Side“ Coaching statt. Hier wurden mehrere Telefonate mitgehört und anschließend analysiert. Was war gut? Was war schlecht? Das Coaching und die Microtrainings haben meinen Sprachgebrauch stark verändert. Zum Positiven.

Nach 18 Monaten wechselte ich zur Deutschen Bank in den Bereich Forderungsmanagement. Collection and Recoveries. Zunächst in der frühen Mahnstufe „Early Collections“ uns nach drei Monaten in den Bereich „Mid Stage“. Also kurz vor der Abgabe von Forderungen an ein Inkasso Unternehmen.

Das Coaching hier unterschied sich von dem der Commerzbank. Meine Teamleiterin achtete sehr darauf, dass ich „Deutsche Bank Konform“ telefoniere. Hier wurde ich, bis zu meinem Ausscheiden 2014 regelmäßig gecoacht und musste mir zum Schluss mit den Coaches Lernfelder suchen, die ich optimieren konnte, damit wir ein Ziel für das nächste Coaching hatten. Meine Stärken waren und sind (meine Exfrau glaubt es heute noch nicht!) „Aktives zuhören“ und eine sehr verbindliche Kundenansprache. Ich verwendete zu 99 Prozent ausschließlich Verben. Meine Erfahrungen aus der Zeit in der Beschwerdehotline bei der Commerzbank, kamen mir in diesem Banksegment sehr zu gute. Ich hatte in fast fünf Jahren nur zwei „Eskalationsgespräche“ an die ich mich erinnern kann. Bei einem anderem, aus dem Ruder laufenden Gespräch, hatte ich zufällig ein Coaching. Der Kunde wetterte und schimpfte. Er beleidigte mich und wurde immer lauter. Normalerweise beendete ich solche Gespräche nach einem Hinweis. Dieser Kunde wurde jedoch wieder „geschmeidig“. Mein Coach und ich lachen heut noch über meinen, damals, verwendeten Satz: „Herr XXX, sie können ja gerne ihren Unmut äußern. Aber bitte nicht in diesem Ton!“

Ich habe den Coaches bei der Deutschen Bank eine Menge zu verdanken. Ich bin im Umgang mit Kunden aller Art sowie während meiner Scheidung viel souveräner in meiner Kommunikation geworden.

Wo ich dann auch zum zweiten Punkt komme warum ich Coaching gut und sinnvoll finde.

2011 war kein schönes Jahr für mich. Besonders die Monate ab September 2011 haben mich aus der Bahn geworfen. Meine (Ex) Frau trennte sich. Es gab immer wieder heftigen Streit um Unterhalt und Umgang. Heilig Abend, ich hatte meine Kinder von 10 bis 17 Uhr, war ich emotional so tief am Boden wie ich es noch nie war.

Ich lag in der Wanne in meinem Appartement. Eine Flasche Whisky und Rasierklingen auf dem Beckenrand liegend. Bereit mir die Pulsadern aufzuschneiden. Ich weiß nicht mehr, wie lange ich in der Wanne gelegen hatte und nur zur Decke starrte und heulte. Jedenfalls habe ich die Flasche Whisky und die Rasierklingen nicht angerührt. Irgendwie habe ich den Hang, in aussichtslosen Momenten, mir einen Rocky Film anzuschauen. Ich schaute mir den letzten Teil an. In der Szene, wo Rocky seinem Sohn sagt, dass er allein für sein Leben verantwortlich ist und nichts so hart zuschlägt, wie das Leben. Man aber erst dann verloren hat, wenn man nicht mehr aufsteht. Haben mich sehr mitgenommen.

Jedenfalls beschloss ich in diesem Moment, mir direkt nach Weihnachten professionelle Hilfe zu holen. Die bekam ich kurze Zeit später bei der Diakonie. Die Dame dort coachte mich aus meinem Jammertal wieder heraus. Mit Techniken, die ich selber ein halbes Jahr später, während meiner Ausbildung zum Coach kennen lernte.

Da mich der Tod meines Vaters nochmal etwas aus der Bahn geworfen hatte, nahm ich das Coaching Angebot der Diakonie nochmal mehrere Termine in Anspruch.

Da die Diakonie die Coachings völlig kostenlos gemacht hat, habe ich für meine Coachings für Trennungsväter bisher keine Gebühr erhoben. Ich werde es auch weiterhin nicht machen, da mir das Thema sehr wichtig ist und ich, aus eigener Erfahrung weiß, dass eine gute Kommunikation zwischen getrennten Elternteilen möglich ist. Wenn auch mit Hilfe von Außen.

In der Kommunikation mit meiner Exfrau haben mir beide Coachingvarianten, der, der Bank. Und das „Live Coaching“ der Diakonie sehr weitergeholfen.

Das sind meine zwei Hauptgründe, warum ich das Thema Coaching wichtig finde.

Professionelle Kommunikation im Umgang Kunden, sowie das coachen von getrennten Vätern in ihrer Situation als Wochenendpapa und/ oder Zahlpapa, sowie dem Auftreten bei Gericht, Verfahrensbeiständen und Gutachtern.

Ich denke, ich wäre nicht da, wo ich jetzt bin, wenn es die Coaches der Deutschen Bank und der Diakonie nicht geben würde.

Frohe Ostern!

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