Die lieben Steuern

Ich hatte mich am letzten Freitag mit einer Tänzerin unterhalten können, die auf selbstständige Basis als Tanztrainerin und „Go Go“ arbeitet.
Sie klagte mir ihr Leid, dass sie für 2013 mehrere hundert Euro an Steuern zahlen müsse und vierteljährlich eine Vorauszahlung leisten müsse. Ein Thema, dass nicht nur meine Bekannte, sondern auch andere Künstler, Musiker, und natürlich auch DJs betrifft.

Was mich erschreckt ist die Tatsache, dass sich 80, wenn nicht sogar 90 Prozent der Personen, mit denen ich mich über das Thema Geld und Steuern unterhalte, keine Ahnung haben. Einige vertrauen ihrem „Steuerberater“ blind oder hören auf Leute, die ihnen bei der Steuer helfen.
Dabei ist es doch gar nicht so kompliziert sich damit auseinander zu setzen. Jeder sollte über das Thema das Wissen, was für ihn relevant ist!

Ich spreche aus leidlicher Erfahrung. Als ich mich 1998 als DJ selbstständig gemacht habe, habe ich meine Steuern selber gemacht. Habe mir Literatur besorgt für Kleinunternehmer. Ich möchte keine Werbung machen, aber die Firma Rentrop bringt da sehr gute Loseblattwerke heraus, mit denen es sehr einfach ist, seine Steuerangelegenheiten selbst in die Hand zu nehmen. Alles lief super, bis ich, weil ich eine Gbr. gegründet habe, einen Steuerberater konsultiert habe.
Ich habe ihm alles erläutert, was ich seit Gründung alles so gemacht habe. Welche Steuervergünstigungen ich in Anspruch genommen habe etc. Mit der Bitte, dies bei der künftigen Berechnung der Steuern zu berücksichtigen.

2002 kam dann der große Hammer. Ich bekomm meine GuV Rechnung vom Steuerberater und freute mich wie ein König. Unterm Strich: Keine Steuern zahlen. Dann kommt der Bescheid vom Finanzamt. Ich sollte über 28.000 EUR als Gewinn versteuern. Warum, weil der Steuerberater Mist gebaut hat. Ich sag es nicht gerne, da ich auch eine Menge gute Steuerberater kenne. In diesem Fall hat er noch versucht seinen Fehler zu berichtigen. Ich musste dennoch in den sauren Apfel beißen und noch 14.000 EUR als Gewinn versteuern. Ich möchte hier nicht weiter ins Detail gehen, welche Steuervergünstigungen ich in Anspruch genommen habe. Es soll nur deutlich machen, dass es notwendig ist, soviel über das Thema zu wissen, dass man seinem Berater auf diverse Dinge hinweisen kann, sofern er sie nicht selbst berücksichtigt. Oder, sich selbst hinsetzt und diese Dinge selbst erledigt. Mein Steuerberater verzichtete auf den Ausgleich seiner Rechnung und ich habe meine Steuern ab dem Jahr 2003 wieder selber gemacht. Seitdem läuft es wieder.

Meine Bekannte, viel mir fast um den Hals, als ich ihr ein paar Dinge erzählte, die sie bzw. ihre Bekannte, die die Steuern macht, nicht berücksichtigt hat.
Ich arbeite z.B. gerne mit den gesetzlichen Pauschalen. Weil da kein Finanzbeamter anfängt Fragen zu stellen. Beispiel gefälligst?
Das Arbeitszimmer. Häufiger Streitpunkt. Doch hier gibt es eine Pauschale, die man in das EÜR Formular einträgt und schon wird der „Gewinn“ um diese Pauschale gemindert
Oder die Verpflegungspauschale. Die gerade erst nach oben angepasst wurde. Wenn ich länger als 8 Stunden für meine Tätigkeit unterwegs bin, dann trag ich 12 EUR dafür ein. Wenn ich mehr als 24 Stunden unterwegs bin sogar 24 EUR. Diese beiden Tatsachen habe ich meiner Bekannten erzählt.
Sie war über glücklich. Hat leider ihre Steuern schon gemacht. Wo ich ihr dann noch den Rat gegeben habe, nächstes Jahr die Steuern nicht vor dem Stichtag einzureichen. Das muss dann aber jeder so machen, wie er es für richtig hält. Ich beantrage per se immer Fristverlängerung und zahle meine Steuern meist ein Jahr später.
Man sagt ja, dass bei Geld die Freundschaft aufhört. Warum gibt man so wichtige Geldangelegenheiten aus der Hand? Zumindest sollte man seine „Berater“ immer auf den Zahn fühlen und hinterfragen. Das gilt auch für seinen Bankberater… Aber das ist ein anderes Thema.

In diesem Sinne

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