Clubs und Diskotheken (Teil 2)

Besitzer/Geschäftsführer

Du kannst technisch und musikalisch noch so perfekt sein, das vielleicht Wichtigste, das es zu beachten gilt, ist Folgendes:

Um einen Club oder eine Diskothek zu verstehen, musst du den Besitzer/Geschäftsführer verstehen.
Besitzer haben ihre ganz eigenen Vorstellungen von
ihrem Club. Deine Aufgabe ist es, sie darin zu
unterstützen. Oft liegen die Vorstellungen von Betreibern und DJs allerdings sehr weit auseinander. Vor allem, wenn es um die Musikauswahl geht.

Die „nervigsten“ Betreiber/Geschäftsführer sind jene, die selbst jahrelang als DJ gearbeitet haben.
Als DJ hast du die Clubregeln genauso zu respektieren wie das übrige Personal. Dies gilt auch für die Musikauswahl. Viele DJs glauben, dass eine andere Musikrichtung besser in den Club passen würde als die, die aktuell gespielt wird. Der Besitzer hat sich jedoch etwas dabei gedacht, warum er einen bestimmten Musikstil in seinem Club bevorzugt.

Hier liegt ein häufiger
Streitpunkt zwischen Besitzern und Disc Jockeys.
Wenn ein Betreiber mit Vorschlägen zur Musikauswahl zu mir kommt, gehe ich wie folgt vor: Ich nehme den ersten Titel der Songliste, die er mir vorschlägt, und spiele ihn direkt im Anschluss an die Platte, die gerade läuft. Auf diese Art und Weise habe ich meine Ruhe und der Betreiber ist glücklich, dass „seine“ Musik läuft.

Es gibt nichts Nervigeres als eine Diskussion mit dem Geschäftsführer, wenn die Bude rockt. Das ist für beide Seiten nicht besonders befriedigend. Aber vergiss nicht, der Betreiber sitzt am längeren Hebel. Er bezahlt deine Rechnung und bucht dich eventuell nicht wieder.

(Auszug aus dem Buch: „Der Allround DJ“)

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Clubs und Diskotheken

Auszug aus dem Buch „Der Allround DJ – Das Praxishandbuch“
Clubs und Diskotheken sind eine Welt für sich. Anders als auf Einzelfeiern und -festen hast du es hier mit Stammkundschaft zu tun. Die meisten Leute gehen am Wochenende in Clubs, um für ein paar Stunden ihre Alltagssorgen, -ängste und -probleme hinter sich zu lassen. Das ist auch der Grund dafür, warum es in vielen Diskotheken Themen- und Mottopartys gibt. Als DJ bist du der Kapitän, der die Gäste mit auf eine Reise nimmt, sie zusammenbringt und ihnen hilft, ihre Sorgen zu vergessen – und zwar mit deiner Musik. Selbst, wenn du technisch einiges auf dem Kasten hast, gibt es eine Menge Dinge, die du beachten solltest, um die Welt in den Clubs und Diskotheken zu verstehen. Stell dir einfach mal folgende Fragen:

1. Bin ich bereit, am Wochenende bis in die frühen Morgenstunden zu arbeiten?

2. Bin ich bereit, am Anfang für wenig oder gar keine Bezahlung aufzulegen?

3. Habe ich die Zeit und das Geld, immer die neuesten Hits zu kaufen?

4. Bin ich bereit, Musik zu spielen, die ich nicht mag? (Ich greife diese Frage bewusst noch einmal auf!)

5. Was wird sein, wenn ich älter werde? Tue ich genug für die Altersvorsorge? (Du wirst oft hören: „DJ? Das kannst du ja auch nicht ewig machen!“ Meine Standardantwort lautet: „Nee, ich möchte gerne mit 60 in Rente gehen.“)

6. Hält mein Gehör es aus, wenn es mehrere Nächte pro Woche hoher Lautstärke ausgesetzt ist?

7. Kann ich mit ausfallenden, pöbelnden, betrunkenen oder prügelnden Gästen umgehen?

8. Toleriert meine Partnerin, dass Gäste versuchen, mit mir zu flirten? (Nichts ist schlimmer als eine Partnerin, die den ganzen Abend neben dir sitzt und die Gäste vergrault, weil sie eifersüchtig ist.)

Ich stelle mir diese Fragen regelmäßig seit mehr als 20 Jahren…

Fortsetzung folgt…