Interview mit DJ Lutz

Ein Kollege aus dem schwäbischen, der meinem Aufruf nach einem Interview gefolgt ist. 

 

1. Seit wann bist du als DJ tätig?

Ich arbeite seit 2001 als DJ. Davor habe ich auf privaten Feiern, in Tanzschulen und ganz früher in Jugendhäusern aufgelegt.

 

2. Was macht einen guten, professionellen DJ aus? Was muss er können?

Ein guter DJ muss sich auf jeden Fall in den Musik Genres bestens bewegen können, die sein Publikum hören möchte. Eigentlich muss man unterscheiden,  zwischen einem Club- und einem Allround-DJ.  Wer in einem Club auflegt, der sollte auch ein ‚Öhrchen‘ dafür haben, welche Musiktitel tonal und instrumental zusammenpassen, vielleicht sogar ähnliche Passagen haben, und diese dann perfekt mixen können. Auf einer Hochzeit wiederum spielt das eine eher untergeordnete Rolle. Hier kommt es darauf an, einen gesunden Mix verschiedenster Genres herzustellen. Ein Dj sollte sich zudem auch mit der Technik auskennen.

 

3. Wie findet ein DJ heraus, welche Musik er spielen muss? Hast du ein Rezept?

Schau Dir die Leute an, wie sie auf Deine gespielten Titel reagieren. Mit der Zeit weiß man schon, welche Hits performen. Nimm im Vorfeld Kontakt zu den Menschen auf. Das funktioniert z.B. gut bei einer Zigarette. Ich will aber jetzt niemanden zum Rauchen verleiten 😉  Dabei kann dann das Thema auf Musik kommen. Nach dem Motto ‚was hört ihr denn so gerne?‘  Und dann: Spiele nur die Top Hits! Auch wenn sie Dir selbst nicht gefallen. Das ist nämlich Nebensache.

 

4. Was benutzt du als “Eisbrecher”?

Spiele die Top Hits! Zum Ende des Hauptgangs beispielsweise kann man schon mal fetzigere Titel anspielen und schauen, ob die Leute reagieren. Wippende Beine, Kopfbewegungen etc. Dann sollten die Leute irgendwie zur Tanzfläche gelangen. Auf einer Hochzeit ist das ganz leicht, nämlich beim Brautwalzer. Ansonsten ist ein Spiel nicht schlecht, aber es muss möglichst viele Leute nach vorne bewegen. Ein Trick: Gruppenfoto machen lassen! Sind die Leute erst mal da, dann funktioniert der Foxtrott/Discofox immer noch am besten. Kommt natürlich auch auf das Publikum an. Wenn z.B. jüngeres Publikum vorwiegend auf House steht, dann die Top Hits des Genres spielen.

 

5. Was hat dich dazu inspiriert DJ zu werden?

Ich konnte die anderen DJ’s nicht mehr hören… Hab‘ schon vieles an Katastrophen anhören müssen. Wobei ich vielleicht Pech hatte. Es gibt ja auch wirklich gute Kollegen. Ich selbst liebe Musik. Schon seit ich 9 war, haben sich meine Eltern das Gedudel anhören müssen. Klar, sie standen wohl nicht so auf Pop und Rock, was in den 70ern aber für die Jungen cool war.  Es ist so, dass ich es einfach selbst hören will. Und es ist ein Glücksgefühl, die Menschen glücklich zu sehen.

 

6. Was macht dich erfolgreich?

Klingt ja irgendwie nach Eigenlob… Ich denke, meine Kunden schätzen an mir mein glückliches Händchen und die Vielseitigkeit in der Musikauswahl und meine Zuverlässigkeit. 

 

7. Wie verkaufst du dich selbst?

1.) lege ich gut auf. Und dann: Internetmarketing! Zum Beispiel, Interviews veröffentlichen 🙂 Vor allem habe ich eine gut gelistete Webseite (http://www.djlutz.de) . Einige Buchungen kommen über Folgebuchungen nach Hochzeiten etc. rein. Ansonsten eigentlich eher das Übliche. Flyer, Visitenkarten. Ich hab‘ sogar ‚DJ Lutz‘ Kabelbinder. Da ich vornehmlich Hochzeiten mache, habe ich hauptsächlich Neukunden. Mein weiteres Geschäftsfeld, nämlich Karaoke, beschert mir zudem Stammkunden. Allerdings bin ich recht wählerisch und nehme Kneipenauftritte z.B. selten an. Von dem her habe ich nicht so viele Stammkunden, wie ich sie vielleicht haben könnte. Ich bin aber sehr zufrieden. Hochzeiten im Schloss passen besser zu mir, als Gegröle in Raucherkneipen.

 

8. Wie wählst du dein Equipment aus?

Eigentlich zu pingelig. Ich habe viele Jahre gebraucht, bis ich endlich zufrieden war. Ich probiere immer das Beste aus. Für mich muss es einfach fantastisch klingen und zuverlässig sein. Ich habe inzwischen ein perfektes Sound-Konzept. Fehlt mir nur noch der neue Numark NS7 MKII. Aber den gibt’s halt noch nicht… Für die Musik selbst ist das aber nicht entscheidend. Das ist nur ein Goodie. Man kann auch mit günstigem Equipment ein hervorragender DJ sein.

 

9. Deine all Time Top Ten!

Sorry, aber so viele Titel habe ich nicht! Schaut doch mal in’s Buch ‚Der Allround-DJ‘

 

10. Welche 5 Titel sollte jeder DJ im Programm haben?

Also gut, wenigstens 5 Titel: Macarena (L. del Rio), Wahnsinn (W. Petry), Tausend Mal belogen (A. Berg) , Let’s Twist again (C. Checker), Du hast (Rammstein). Gegenfrage: Welcher Titel passt nicht dazu und sollte auf einer Hochzeit nicht gespielt werden?

 

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Was verdienst DU?

Eine Geschichte vorab:
Ich habe einen Freund. Mit diesem Freund bespreche ich so ziemlich alles. Er erzählt mir von seinen Reisen. Er erzählt mir von seinen Hobbys. Er erzählt mir von seinen Krankheiten in allen Einzelheiten. Er zieht dazu sogar seine Klamotten aus, um mir jede Prellung, jede Narbe zu zeigen. Er erzählt mir in allen Einzelheiten von seiner Darmspiegelung.
Er erzählt mir von seinen Frauen. Wie er es mit ihnen macht, welche Stellungen er bevorzugt, was sie drunter hat, wohin er sie ausführt und und und.
Als ich ihn vor kurzem Mal gefragt hab, was er denn so verdient, sagte er:
„Du, das ist mir jetzt aber zu intim!“

Gestern lief auf dem Sender des gepflegten TV Journalismus (RTL) ein Experiment. Ein Mönchengladbacher Unternehmen hat dieses durchgeführt. Alle Mitarbeiter haben ihr Gehalt offen gelegt.

Wenn ich mich in DJ Foren aufhalte oder bei Facebook in Diskussionen lese, was DJ Kollegen angeblich so verdienen, dann schlackern mir oft die Ohren. Da werden Gagen aufgerufen, da träumt der Führer von.

Wie ich in meinem Buch http://www.der-allround-dj.de geschrieben habe, gibt es Unterschiede im Gagengefüge.

Ein Club DJ verdient, in der Regel, weniger als ein Mobil DJ. Das liegt aber auch in der Natur der Sache. Ein Club hat jede Woche geöffnet. Eine Hochzeit z.B. ist, idealerweise, nur einmal im Leben. Also kann und muss ich als DJ dann auch mehr Gage verlangen für einen Auftritt, als wenn ich jedes Wochenende im Club auflege.

Was mich oft stört an diesen Gagendiskussionen ist die Großkotzigkeit, mit der, leider, sehr viele Kollegen unterwegs sind. Sprüche wie: „Für die Kohle, steh ich nicht von der Couch auf!“ oder „Unter 700,- EUR geh ich gar nicht erst los!“lassen mir den Hals anschwellen. Warum? Weil diese Kollegen, dann an anderer Stelle am jammern sind, weil es DJs gibt, die für die hälfte oder noch weniger Musik machen. Die werden dann pauschalisiert als „Billigheimer“ oder „Möchtegern DJ“ abgestempelt. Aber ich drifte ab. Dass ist ein eigenes Thema.

Was verdien ich?
Nun, da ich sowohl in Clubs und Diskotheken auflege. Aber auch mobile Jobs annehme habe ich kein starres Gagengefüge. Außerdem richte ich meine Gage auch nachdem, was der „Kunde“ zahlen kann. Ein Hartz 4 Empfänger, kann leider nicht das zahlen, was ein GmbH Vorstand zahlen kann. Oder ein kleiner Club nicht dass, was eine große Diskothek.
Daher frag ich vorher: „Was habt ihr denn für die Musik eingeplant?“

Wenn mir dass dann zuwenig ist, dann kann ich immer noch ablehnen oder meine Unterstützung anbieten einen „günstigeren“ Kollegen zu engagieren, der für die gebotene Gage bereit ist aufzutreten.

Ok, Butter bei die Fische. An reinen DJ Gagen habe ich im Jahr 2012 einen Nettoumsatz von etwas unter 16.000,- EUR gehabt. Wenn ich von einem Gig pro Wochenende ausgehe, dann kommt eine Durchschnittsgage von 307,69,- EUR dabei raus.
Für mich ist das vollkommen in Ordnung, da ich noch einen Beruf in der Woche und noch andere Standbeine habe, mit denen ich Geld verdienen kann.

Keine Frage, wenn ich hauptberuflich als Dj arbeiten würde (und ich hab es fast 12 Jahre gemacht), dann wäre der o.g. Umsatz zu wenig.

Jeder Leser darf sich jetzt seine eigenen Gedanken machen..

Interviews mit Kollegen

Die Fragen:
1. Seit wann bist du als DJ tätig?
2. Was macht einen guten, professionellen DJ aus? Was
muss er können?
3. Wie findet ein DJ heraus, welche Musik er spielen
muss? Hast du ein Rezept?
4. Was benutzt du als „Eisbrecher“?
5. Was hat dich dazu inspiriert DJ zu werden?
6. Was macht dich erfolgreich?
7. Wie verkaufst du dich selbst?
8. Wie wählst du dein Equipment aus?
9. Deine all Time Top Ten!
10. Welche 5 Titel sollte jeder DJ im Programm haben?

Gunnar Hampel, Wismar
1.
Ich habe meine erste Einstufung zum SPU (Schallplatten
Unterhalter) im September 1988 in
Lübz (Mecklenburg-Vorpommern) gemacht. Diese
Spiellizenz war damals auf den Bezirk
Schwerin ausgestellt und hatte eine Laufzeit von 24
Monaten. Mit der Wende 1989/1990
wurden diese sinnvollen staatlichen Regelungen
abgeschafft und jeder konnte sich als DJ
versuchen.
2.
Ein guter DJ hat Spass bei der Arbeit und liebt seinen
Job. Ich habe mal gelesen, dass
DJing kein Beruf sondern eine Berufung ist und so sehe
ich meinen Job auch an. Ich habe
das Privileg, mit meiner Arbeit anderen Menschen
Freude, Spass und Unterhaltung zu
vermitteln. Ein gute DJ geht auf die Wünsche seiner
Kunden (Veranstalter oder Brautpaar)
ein und versieht diese Wünsche mit seiner persönlichen
Note.
Ein DJ sollte, wenn er lange im Geschäft bleiben möchte,
sich mit der Musik weiter
entwickeln, sich als Dienstleister sehen und mit dem
technischen und musikalischen
Fortschritt mithalten. Ein gute DJ nimmt sich selbst nicht
für so wichtig und arbeitet
als Dienstleister auch mal gegen seine eigene
Einstellung. Ein DJ sollte qualitativ immer
sein bestes geben und seine „Show“ vor 20 oder 2.000
Gästen gleichermaßen professionell
abliefern.
3.
Da ich auf verschiedenen Arten von Veranstaltungen
auflege, sind natürlich
unterschiedliche Altersgruppen vorhanden, die man
musikalisch „verwöhnen“ soll. Hierbei
ist es natürlich etwas anderes, ob ich vor 7.000 Gästen
auf einer Festwiese eine
openAir-Party bespiele oder eine Hochzeit oder einen 70.
Geburtstag. Ich selber fühle
mich bei all diesen Veranstaltung zu hause und habe
bisher immer die richtige Mischung
aus aktuellen Charts, Oldies und Classics gefunden.
Es ist im Grunde eine reine Gefühlssache, ein guter DJ
erkennt an der Gästestruktur,
welche Titel er wann spielen sollte und welche Titel er
lieber „stecken lassen“ sollte.
Zur Not hat ein professioneller DJ auch noch ein Micro,
um mit den Gästen nicht nur über
die Musik zu kommunizieren. Ein guter DJ erkennt die
Strömungen auf der Tanzfläche und
ist der Kapitän in seinem „Boot“.
Ob ich ein Rezept habe? Sicher, aber das wird nicht
verraten. Hat gut 20 Jahre gedauert,
bis ich das soweit hatte das ich mir nun (fast) alle
Veranstaltungen zutrauen würde.
Sicherlich ist es einfacher vor 2.000 Gästen zu spielen,
also vor 20 Gästen auf einer
Goldenen Hochzeit, aber das war ein langer Lernprozess
und diesen sollte jeder angehende
Kollege selber durchmachen / durchlaufen.
4.
Wie gesagt, bespiele ich unterschiedliche
Veranstaltungsgrößen und nutze natürlich
unterschiedliche „Eisbrecher“. Bei kleinen
Veranstaltungen wie Hochzeiten oder
Geburtstagen kommt es schon mal vor, dass die Gäste
nichts mit mir als DJ anzufangen
wissen. Dann mache ich mit den Gästen in Absprache
mit dem Gastgeber ein kleines
Spielchen und schon wissen die Gäste wer ich bin und
was ich so mache. Gerne biete ich
den Leiten im Gespräch an, dass ich die Wünsche gerne
mit ins Programm einbaue und schon
läufts meistens von ganz allein.
Auf großen Veranstaltungen fange ich in aller Regel mit
einem „dummen Spruch“ an und
versuche mit den Menschenmassen vor der Bühne eine
Art Kontaktaufnahme. Dies gelingt je
nach Party schnell oder dauert ein paar Minunten. Es
kam auch schon mal vor, dass ich
mich an den Bühnenrand gesetzt habe und mit den
Leiten einfach smaltalk gehalten habe,
bis diese meinten, ich sollte wieder Musik machen, also
grundsätzlich bin ich da recht
schmerzfrei… Die meinsten meiner Gäste wollen feiern
und das machen diese dann auch
(fast) von allein.
5.
Mein Bruder hatte bereits eine eigene kleine rollende
Discothek und somit war irgendwie
Musik ein fester Bestandteil meiner Kindheit und meiner
Jugend. Die Liebe zur Musik hat
sich trotz vieler Änderungen in meinem Leben nie
verändert, so dass ich noch immer ein
„Musikfreak“ bin und somit mein Hobby zum Beruf
gemacht habe. Ferner finde ich es immer
wieder sehr spannend neue Leute kennenzulernen und
diese nach „meiner Musik“ tanzen zu
lassen. Ab einer bestimmten Bühnengröße wird es
einfach zu einer Art Sucht, die Menschen
zu bewegen und zu animieren.
Es ist für mich ein wunderschönes Gefühl andere Leute
mit meiner Art und meiner Musik für
eine gewisse Zeit in eine andere Welt zu entführen und
die Gäste ihre Sorgen für diese
Nacht / diesen Abend vergessen zu lassen. All diese
doch anstrengenden Nächte sind bei
7.000 singenden Gästen vor der Bühne einfach
vergessen. Selbst nach einem 70. Geburtstag,
wenn der Jubilar nach der Veranstaltung lobende Worte
findet, ist dies eine Bestätigung
meiner Arbeit und ein zusätzlicher Lohn.
6.
Nun ist es immer eine Sichtweise. Was ist erfolgreich?
Ab wann ist man erfolgreich? Ich
schaffe es meine Familie und ein paar mehr Leute mit
meiner Arbeit zu finanzieren. Mein
Team und meine Familie leben davon und ich erarbeite
damit unseren Unterhalt den wir zum
Leben brauchen. Seit nunmehr mehr als 20 Jahre stehe
ich Woche für Woche hinter dem
DJ-Pult und es bewegen sich Menschen zu meiner
Musik. Ich denke, dass es auch eine Art
von erfolg sein kann, sich über 20 Jahre in dieser
Branche zu behaupten.
Was macht mich also (subjektiv betrachtet) erfolgreich?
Ich denke, es ist meine Art immer
neue Wege zu finden, neue Wege zu gehen und auch das unternehmerische Risiko nicht zu
scheuen. Ich probiere sehr viel aus, einiges bringt mich in
meiner Entwicklung als DJ
weiter und macht mich überregional bekannt, andere
Sachen stärken mich rein menschlich
und somit kann ich diese Erfahrungen in mein Tun und
Lassen einfließen lassen. Ich denke,
dass ich meine Umgebung sehr genau beobachte und
mir Dinge, die ich gut finde, annehme,
mich selber ständig beobachte und auch meine Fehler
betrachte. Ich bin, so sagen es
Andere über mich, sehr selbstkritisch.
7.
Ich bin ein lebensfroher Mensch und verkaufe mich im
Grunde immer und überall. Ich habe
in den 20 Jahren gelernt, dass man in unserer Branche
keinen Dienstleistung oder Waren
verkaufen kann. Ich verkaufe meinen Kunden ein „gutes
Gefühl“. Meine Kunden fühlen sich
bei mir geborgen und gut aufgehoben. Ich verspreche
nichts, was ich nicht einhalten kann.
Der Kunde bekommt immer mehr als er erwartet und
bucht dann wieder bei MUSIKMANN. Ferner
ist es auch manchmal angebracht, dem Kunden zu
sagen, dass man mit ihm nicht
zusammenarbeiten möchte und er sich einen anderen
Kollegen suchen soll. Ehrlich bleiben!
8.
Wir haben eine eigene Technikbude mit einem großen
eigenen Technikpark. So kann ich mir
immer mein Wunsch-Equipment für jede Veranstaltung
selber zusammenstellen und auch
probieren, ohne das es mich nun Unsummen kosten
würde. Es kommt immer wieder vor, dass ich ein Gerät teste, welches mir dann nicht gefällt und ich
dann wechsle, also neben
meiner Aufgabe am Abend hängt es viel mit dem
händling zusammen, welches ich als „mein
Equipment“ betrachte.
Grundsätzlich teste ich alles auf Veranstaltung am
„Kunden“.
9.
Gott sei Dank ist die Musik so schnelllebig, dass ich
heute einen anderen Hit habe als
noch vor 3 Wochen. Das ist doch auch das reizvolle an
unserer Arbeit als DJ, wir haben
zwar ähnliche Veranstaltungen, spielen aber immer
unterschiedliche Lieder. So kann ich
meine Sets von vor 10 Jahren nicht mehr mit meinen
Sets aus 2010 vergleichen. Natürlich
gibt es ein paar Titel, die die Zeit „überlebt“ haben, diese
sind aber von Veranstaltung
zu Veranstaltung, in Abhängigkeit mit dem Publikum
immer anders.
Mein Lebensmotto: John Miles – music (das sagt im
Grunde alles aus), dieses Lied soll auf
meiner Beerdigung eines Tages sicher gespielt werden.
10.
Da sich meine Sets von Heute auf Morgen ändern,
sollten die Kollegen lieber einen Blick
auf die Tanzfläche werfen, als auf irgendwelche Playlists.
Was heute ein Renner ist, rauf
und runter gespielt wird, ist in einem Jahr bereits ein
Tanzflächenfeger und genauso
sollte man diese Frage sehen.

Warum es sich lohnt ein Allround & Party DJ zu sein?

Meinen Entschluß nur noch ein reiner Allround- und Party DJ zu sein traf ich 2000/2001.
Vorher habe ich 10 Jahre versucht mir in der House und Technoszene als DJ einen Namen zu machen. Nebenbei habe ich auch auf Hochzeiten und in Partyareas aufgelegt.
Was mir in der House – und Technoszene immer im Weg stand, war meine Arbeit mit dem Mikrofon.
Meine Kollegen der lokalen Szene belächelten mich. Ebenso meine Kollegen aus der erweiterten Szene. Und da waren einige bei, die es zu Weltkarrieren gebracht haben.
Dennoch ging ich meinen Weg durch die Zeit. Legte in diversen Großdiskotheken, Clubs und Partys und auf Ibiza auf. Was mir immer auf den Sack ging, war der große Konkurrenzdruck, der unter den DJs herrschte. Mein Auto, mein Haus usw. Das ging mir tierisch auf den Sack.

Die Wende kam, als ich immer öfter wegen meiner Moderation und positiven Durchgeknalltheit Jobs bekam. Als ich dann nur noch als reiner Allround-& Party DJ Angebote an Diskotheken und Veranstalter verschickt habe, war ich so gut wie ausgebucht. Ich merkte, dass der Bedarf an DJs, die mit dem Mikrofon umgehen können und eine breite Musikauswahl haben mehr als gefragt sind. Der Vorteil liegt für mich klar auf der Hand. Die Vielseitigkeit. Ich mochte es noch nie, in eine Schublade gesteckt zu werden. Als Allround DJ hat man die Möglichkeit sehr flexibel zu sein. Ich kann auf Hochzeiten und privaten Partys,. auf Zeltfesten, auf Galas, die Liste läst sich noch endlos erweitern und ich kann in Diskotheken auflegen.

Ein weiterer Vor- oder sollte ich es Nachteil nennen ist der, dass es so gut wie kein Nachwuchs gibt. Es gibt einige wenige Party DJs, die in der gesamten Republik einen Namen haben, die die 50 schon überschritten haben. Ich stehe kurz vor der 4 vor der Null und mache mir für meine mittelfristige und langfristige Zukunft keine Sorgen, da es keine Jungspunde gibt, die an dem Stuhlbein sägen, um meinen Job zu bekommen. Nachteile? Ich bin viel unterwegs, habe wenig Zeit und ich brauche mehrere Tage um mich vom Wochenende zu erholen.

Für mich hat es und lohnt es sich ein Allround DJ zu sein. Es war meine beste Entscheidung mich dafür zu entscheiden!
Wie sieht es bei dir aus?

Was bin ich? oder Warum nur auf ein Thema beschränken?

Ich wurde vor kurzem einmal gefragt: „Was hast du eigentlich noch nicht gemacht? Bzw. Was bist du eigentlich?“

Ich: „Das kann ich dir nicht sagen. Aber ich kann dir sagen, was ich schon alles gemacht habe!“

Auch sagte man mir einmal, ich muss mich auf eine Sache konzentrieren. Mich spezialisieren, sonst würde ich mich verzetteln.  Spezialisierung ist gut, keine Frage. Aber was ist denn, wenn ich mich nicht spezialisieren möchte?

Hat sich z.B. Leonardo da Vinci sich spezialisiert? Er hatte viele Themen, die ihn interessierten. Hätte er heute noch eine Chance in der spezialisierten Welt? Oder würde er eher wirken wie Doc Brown aus Zurück in die Zukunft?

Ich habe vor kurzem mit einem Autor einer Hörspielserie kommuniziert, der immer an mehreren Projekten gleichzeitig arbeitet. Er sagte mir, dass es auf das richtige „Projektmanagement“ ankommt.

Wenn ich eine Kontaktanzeige aufgeben würde, würde dort stehen: Vielseitig interessiert. Und das bin ich. Und ohne mich selbst beweihräuchern zu wollen. In vielen Themen, die mich interessieren bin ich richtig gut. Wenn nicht sogar sehr gut.

Ist es ein Widerspruch, wenn ich in der Woche einer geregelten Arbeit nachgehe und dort jeden Tag eine Top Leistung abliefere? Oder mich in diesem Bereich weiterbilde und mir ein weiteres Standbein aufbaue, in dem ich das, was ich täglich praktiziere anderen weitergebe?

Ist es ein Widerspruch, dass ich am Wochenende als Disc Jockey durch die Republik reise und die Feiernden für einige Stunden ihre Alltagssorgen vergessen lasse? Und mich dazu an jedem zweiten Wochenende um meine Kinder kümmere?

Ist es ein Widerspruch dass ich Musik veröffentliche, Songs und Bücher schreibe, ein Instrument spiele und mich für Comedy begeistere? Ach, die Fotografie habe ich ja noch vergessen…

Nach Aussen hin, mag das alles nicht zusammenpassen. Muss es auch nicht. Ich habe für mich entschieden, dass ich mich nicht in eine Schublade stecken lassen möchte. Oder in das enge Korsett der Spezialisierung, da ich viele Dinge aus der Freude des Machens heraus mache. Ohne einen Anspruch perfekt zu sein. 

In diesem Blog wird es also um viele Themen geben, die ich in Gruppen einteilen werde. Ich wünsche allesn Lesern dieses Blogs viel Freude. Dieser Blog ist auch für die geschrieben, die immer nach Fehlern suchen. Sollte jemand einen finden, so darf er diesen gerne behalten:-)

Herzlichst ihr/ euer

DJ, Autor, Musiker, Coach, Trainer, Call-Agent, Bankmitarbeiter, Produzent, Comedian, Autofahrer und nicht zu vergessen Papa von Lennox Louis & Leonie Maria 

Marko Holtwick